10 Jahre Stadtteilmütter in Neukölln

Vor 10 Jahren hat unser Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky die Stadtteilmütter ins Leben gerufen. Heute sind sie ein Exportschlager: Inzwischen sind sie in fast allen Berliner Bezirken aktiv und wurden schon mehrfach national und international als Türöffner für abgeschottete Familien für ihre erfolgreiche Integrationsarbeit in sozialen Brennpunkten ausgezeichnet. Ein Grund zu feiern. Mit dabei waren natürlich Heinz Buschkowsky, Stadtentwicklungs-Senator Michael Müller und ehemalige und aktuelle Stadtteilmütter.

Allein in Neukölln wurden fast 400 Frauen unter anderem arabischer, türkischer, rumänischer und polnischer Herkunft zu Stadtteilmüttern zu Themen wie Erziehung, Bildung, Gesundheit und Sprache ausgebildet. Dabei werden sie von über 100 Kooperationspartnern wie Kindertagesstätten, Quartiersbüros, Schulen und Beratungsstellen im Bezirk unterstützt. 8.000 überwiegend türkische und arabische Familien mit fast 20.000 Kindern haben sich in den letzten Jahren von den Stadtteilmüttern beraten und führen lassen. Viele haben durch sie den Weg in einen Sprachkurs oder die Kinder den Weg in die Kindertagesstätte gefunden.

Wie wichtig die niedrigschwellige Arbeit der Stadtteilmütter ist, zeigen die Quartiesmanagement-Gebiete High-Deck-Siedlung und Weiße Siedlung in meinem Wahlkreis: Hier haben knapp 70 Prozent der Bewohner einen Migrationshintergrund. Kinderarmut und Jugendarbeitslosigkeit sind hoch, viele beziehen Hartz IV oder müssen ihr kleines Gehalt vom Jobcenter aufstocken lassen. Auch in diesen Quartieren ist die Arbeit der Stadtteilmütter von den Bewohnern und den zuständigen Quartiersmanagern hoch angesehen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass alle Stadtteilmütter, Integrationslotsen und Kiezväter in Berlin ihre Arbeit auch zukünftig weitermachen können. Es ist immer noch jede 2. Stelle in Gefahr, weil das Bundesprogramm „Bürgerarbeit“ Ende des Jahres ausläuft. Die Integrations-Senatorin muss ihrer Verantwortung gerecht werden und dafür sorgen, dass alle Stadtteilmütter erhalten bleiben. Alles andere wirft uns zurück.

Bild 30.09.2014

Berliner Woche 06.10.2014