Nachfrage nach Kita-Plätzen übersteigt Prognosen – Zu wenige Plätze in sozialen Brennpunkten

Im Jahr 2012 wurde das Landesprogramm „Auf die Plätze, Kitas, los!“ gestartet. Mit dem Ziel, den Ausbau der Kita-Plätze voranzutreiben. 20 Mio. Euro wurden dafür in den Jahren 2012/2013 vom Land Berlin investiert. Dadurch konnten in Berlin in den letzten beiden Jahren 6586 neue Kita-Plätze geschaffen werden. Das geht aus der Antwort des Senats auf meine Kleine Anfrage hervor. In Neukölln entstanden 645 Plätze, dafür wurden etwa 1,5 Mio. Euro investiert. Auch in den Jahren 2014/2015 werden weitere 18 Mio. Euro für den Kita-Platz-Ausbau investiert.

Weiteres Geld für den Kita-Platz-Ausbau kam und kommt vom Bund (115,5 Mio. Euro) und aus Europa (EFRE-Mittel: 1,5 Mio. Euro für das Teilprogramm „Bildung im Quartier – BiQ“). Insgesamt konnten so seit 2010 mehr als 15.000 neue Kita-Plätze geschaffen werden. Aber die Nachfrage nach Kita-Plätzen übersteigt heute die Prognosen des Senats aus dem Jahr 2012: Damals ging Bildungssenatorin Scheeres (SPD) davon aus, dass bis Ende 2015 70 % der ein- bis dreijährigen Kinder und 95 % der drei- bis sechsjährigen Kinder einen Kita-Platz beanspruchen. Diese sogenannte Betreuungsquote ist aber jetzt – Anfang 2014 – schon fast erreicht (69 % der U3-Kinder und 94,7 % der U6-Kinder).

Die Antwort des Senats auf meine Kleine Anfrage zeigt auch einmal mehr: Die Betreuungsquote ist in den Bezirken unterschiedlich. In Pankow und Treptow-Köpenick besuchen fast 98 % der Kinder eine Kita. Mitte und Neukölln hinken hinterher (Neukölln: U3-Kinder = 55 %, U6-Kinder = 91 %). Das hat zwei Ursachen: Erstens besteht in sozialen Brennpunkten – wie zum Beispiel in der Köllnischen Heide in meinem Wahlkreis – ein Mangel an Kita-Plätzen. Und zweitens: In sozialen Brennpunkten ist weniger Interesse an einem Kita-Besuch festzustellen.

Deshalb müssen wir alles dafür tun, so viele Kinder wie möglich in die Kita zu bekommen – mit all ihren Vorteilen für die sprachliche, soziale und motorische Entwicklung der Kinder. Wir werden für die Eltern von Nicht-Kita-Kindern, die sich weigern, ihre Kinder zum verpflichtenden Sprachtest und zur verpflichtenden Sprachförderung zu schicken, ein Bußgeld einführen und die Sprachförderung ausbauen. Zweitens müssen wir den Kita-Besuch verpflichtender machen, zum Beispiel über eine Kita-Pflicht. Drittens müssen mehr Kita-Plätze in sozialen Brennpunkten geschaffen werden. Deswegen habe ich gestern im Quartiersbüro High-Deck-Siedlung zu einem Runden Tisch für mehr Kita-Plätze in der Köllnischen Heide eingeladen.

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