18 Stolpersteine gegen Vergessen in Neukölln verlegt

Der Künstler Gunter Demnig verlegte heute 18 “seiner” Stolpersteine gegen das Vergessen an verschiedenen Orten in Neukölln, die mittlerweile in ganz Deutschland an die Opfer des Nazi-Regimes erinnern. Ich nahm an der Verlegung von zwei Steinen in meinem Wahlkreis teil und habe den Stolperstein für Karl Tybussek in der Jahnstraße 12 gestiftet. Mein Dank gilt an dieser Stelle Karin Kuhrt, die mit mir leidenschaftlich Puzzlestücke aus seinem Leben für die Verlegung recherchiert hat.

Tybussek lebte ab dem Jahr 1933 in der Jahnstraße 12. Er war schon in seiner Jugend politisch aktiv und Anhänger des Spartakusbundes und der KPD, weswegen er bereits in der Vorkriegszeit unter politischer Verfolgung zu leiden hatte. Wegen seines Widerstandes gegen das Nazi-Regime und „Feindbegünstigung“ wurde Tybussek im Oktober 1942 verhaftet und am 26. Mai 1943 nach dreitägigem Prozess hingerichtet. Er verstarb mit nur 45 Jahren und hinterließ eine Frau. An das Unrecht, das ihm und unzählig vielen damals geschah, erinnert nun symbolisch sein Stolperstein.

Auch ein Mitglied der SPD Hufeisensiedlung beteiligte sich an der tollen Aktion und stiftete einen Stolperstein in Erinnerung an Gertrud Seele in der Parchimer Allee 75. Gerade vor dem Hintergrund der abscheulichen Verbrechen des NSU und den immer wieder auftretenden rechtsextremen Übergriffen – auch in Berlin – halte ich es für unerlässlich, sich immer wieder die schrecklichen Gräueltaten der Hitler-Diktatur vor Augen zu führen und ihrer Opfer zu gedenken.