SPD Neukölln-Mitte: Treffen zur Entwicklung des Tempelhofer Feldes

Heute Abend habe ich gemeinsam mit meiner SPD-Abteilung Neukölln-Mitte über die Randbebauung auf dem Tempelhofer Feld diskutiert. Jan-Christopher Rämer, Mitglied des Ausschusses für Stadtentwicklung der BVV Neukölln, hat uns über die Planungen informiert. Schnell wurde klar, dass in Berlin Wohnungsmangel herrscht: deshalb müssen wir die Verdrängung von Mietern an den Stadtrand aufhalten, die explodierenden Neumieten eindämmen und neue, bezahlbare Wohnungen in City-Lage bauen.

Denn eine der größten Herausforderungen, vor denen unsere Stadt steht, ist die wachsende Bevölkerung: Berlin zieht immer mehr Neu-Berliner an. Allein im letzten Jahr haben wir 40.000 Einwohner dazu gewonnen, bis 2020 wird Berlin 250.000 Einwohner mehr haben, darunter insbesondere Single-Haushalte – quasi ein komplett neuer Bezirk. Das Tempelhofer Feld ist dabei unser großes Ass im Ärmel: Hier kann das größte und ganzheitlich planbare Wohnungsbaupotenzial Berlins auf einer zentralen und landeseigenen Fläche vorbereitet und koordiniert umgesetzt werden.

Immer mehr Einwohner heißt, dass immer mehr – und bezahlbare – Wohnungen gebraucht werden, vor allem Single-Wohnungen. Die Zeiten, als Berlin abertausende leerstehende Wohnungen hatte, sind vorbei. Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass wir weg kommen müssen von unserer Denke „Ja, ist sinnvoll, aber bitte nicht vor meiner eigenen Haustür“. Wir müssen offen sein für positive Veränderungen, die unsere Stadt voran bringen.

Pläne, dafür das Tempelhofer Feld komplett zu bebauen (wie in der Öffentlichkeit behauptet), gibt es nicht, das wäre auch absurd. Wir wollen die gesamte Freifläche innerhalb des „Taxiweges“, das sind über 230 ha, erhalten und bis 2025 als behutsam angelegte Grünfläche mit etlichen Freizeitmöglichkeiten entwickeln. Damit ist die freibleibende Fläche immer noch größer als der Tierpark in Mitte und fast viermal so groß wie der Volkspark Hasenheide gleich nebenan. Das Tempelhofer Feld lädt damit auch weiter zum Skaten, Laufen und Sonnen ein.

Die geplante Bebauung des Feldes wird sich dementsprechend ausschließlich auf die Randflächen des Tempelhofer Feldes beziehen. Insgesamt können rund 5000 Wohnungen und etwa 7000 Arbeitsplätze geschaffen werden und gleichzeitig der Charakter des Ortes als Freizeitmöglichkeit vieler Berliner erhalten bleiben. Denn im Zusammenhang mit der Randbebauung sollen auch Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, wie z.B. Sport- und Freizeitflächen, Kitas und Schulen, gebaut werden, um die bestehenden Defizite im Umfeld zu beheben und neue Zielgruppen wie Familien und Senioren besser in die Nutzung zu integrieren.

Natürlich wurde auch über die Klimafunktion des Tempelhofer Feldes diskutiert. Sämtliche Planungsschritte wurden von Klimaexperten begleitet und umfangreiche klimaökologische Untersuchungen gemacht. Diese haben gezeigt, dass es aus klimatischen Gründen nicht erforderlich ist, das gesamte Feld unbebaut zu lassen. Wichtig ist, an den richtigen Stellen ausreichend dimensionierte Schneisen für den Luftaustausch zu lassen und diese wurden mit den sogenannten „grünen Fugen“ in die Planung mit eingebracht.

Ich wohne zwei U-Bahn-Stationen entfernt, bin also selber im Sommer häufig auf dem Feld und habe es in den letzten Jahren sehr zu schätzen gelernt. Trotzdem stehe ich einer Randbebauung des Tempelhofer Flugfeldes aus den genannten Gründen positiv gegenüber und auch – oder gerade – aus Neuköllner Sicht begrüße ich das. Mit der Randbebauung wird der Schillerkiez abgerundet und durch die entstehenden sozialen Einrichtungen und verschiedene Sport- und Freizeitmöglichkeiten werden die vorhandenen Defizite im Umfeld ausgeräumt. Unter anderem wird eine dringend benötigte Grundschule gebaut und der Werner-Seelenbinder-Sportpark wird weiter ausgebaut.

Die Randbebauung wird den Freizeitspaß auf dem Tempelhofer Feld nicht großartig einschränken. Das Tempelhofer Feld wird auch in Zukunft offen sein für alle Berliner, gleichzeitig aber Wohn- und Arbeitsraum für die Bedürfnisse einer wachsenden Stadt bieten.