Berliner Fachkräftemangel begegnen

Berliner Akteurinnen und Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gewerkschaften wollen gemeinsam die Anstrengungen für berufliche Bildung und Qualifizierung in Berlin verstärken und damit den Fachkräftebedarf der Zukunft sichern. Sie ziehen damit Konsequenzen aus der Fachkräftestudie Berlin-Brandenburg von Februar 2010, nach der ohne Gegenmaßnahmen im Jahr 2030 in der Region bis zu 460.000 Fachkräfte zu fehlen drohen. Dies teilte der Senat heute mit.

In der dualen Ausbildung sollen Mentoren Jugendliche begleiten, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und die Abschlussquote zu erhöhen. Ebenso sollen die Möglichkeiten zur Teilzeitausbildung verbessert werden. Darüber hinaus soll die interkulturelle Kompetenz von Ausbilderinnen und Ausbildern gestärkt werden, um mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund für Ausbildungsplätze zu gewinnen.

Der Übergang Schule und Beruf soll in den kommenden Jahren optimiert werden. Dazu werden alle Angebote im Übergangssystem auf ihre Tauglichkeit überprüft. Jugendliche, die ohne zusätzliche Hilfe eine Ausbildung antreten können, sollen grundsätzlich nicht mehr an Bildungsmaßnahmen des Übergangssystems teilnehmen. Die vertiefte Berufsorientierung an Berliner Schulen soll weiterentwickelt werden.

Besondere Anstrengungen sind bei der Beruflichen Weiterbildung zu unternehmen. Kleine und mittlere Unternehmen tun sich damit aus Kapazitätsgründen generell schwerer als Großunternehmen. Hierzu wollen die Akteure insbesondere die kooperative betriebliche Weiterbildung ausbauen und die Förderangebote genauer auf die gesuchten Qualifikationen und Fachkenntnisse abstimmen.

Das Bildungssystem muss offener werden und Fachkräften ohne akademische Vorbildung sollen Zugang zu den Hochschulen erhalten. Neben einem erleichterten Zugang sollen besondere Studienangebote für diejenigen entwickelt werden, die fundierte Arbeitskenntnisse aus ihrer Berufstätigkeit mitbringen.

Um berufliche Bildung und Weiterbildung und damit lebenslanges Lernen sinnvoll unterstützen zu können, wird eine zielgerichtete berufsbezogene Bildungsberatung benötigt. Die Akteure wollen die Vernetzung der Bildungsberatungsstellen intensivieren und die Angebote besser miteinander verzahnen.

Die Wachstumsregion Flughafen Berlin-Brandenburg hat im Masterplan Qualifizierung ein eigenes Handlungsfeld. Der Flughafen soll nicht nur aus verkehrspolitischer, sondern auch aus beschäftigungspolitischer Perspektive ein Aushängeschild für die Region werden – als „Schaufenster für gute Arbeit“. Dazu sollen alle Aktivitäten zur Bewältigung des Fachkräftebedarfes eng abgestimmt werden. Flughafennahe Forschung und Wirtschaft sollen eng zusammenarbeiten, um neue Erkenntnisse schnell in neue Produkte, Prozesse und Dienstleistungen umzusetzen. Das Fachkräftepotenzial von Arbeitslosen soll erschlossen werden. Insbesondere junge Frauen will man fördern, um sie für die technischen und Ingenieurberufe zu gewinnen.