Besuch der Jugendwerkstatt „StattKnast“

Die Jugendwerkstatt „StattKnast“ ist ein Projekt des Nachbarschaftsheimes Neukölln, bei dem straffällig gewordene Jugendliche ihre vom Jugendgericht verordneten Sozialstunden ableisten. Mit Sozialstunden werden in der Regel kleinere Delikte bestraft, oft handelt es sich dabei um Ersttäter. Sie begehen ihre Straftaten meist aus Motiven wie Langeweile oder fehlender Anerkennung im sozialen Umfeld heraus. Also Motiven, die mit der Tat selbst selten etwas zu tun haben. Hier setzt das Projekt „StattKnast“ an und bietet den Jugendlichen eine Möglichkeit, beim T-Shirt-Druck kreativ tätig zu werden und bei der Fahrradreparatur oft zum ersten Mal in ihrem Leben Anerkennung für ehrlich geleistete Arbeit zu finden. Wer nicht erscheint, dem droht Jugendarrest.

Heute habe ich mit der Staatssekretärin für Bildung, Claudia Zinke, das Projekt in seiner Werkstatt besucht und mich bei den Mitarbeitern über die sozialpädagogische Betreuung unterhalten, die eng mit der Jugendgerichtshilfe und dem Jugendberatungshaus in der Glasower Straße zusammen arbeiten. Dabei konnte ich erfahren, dass es ganz unterschiedliche Typen von jugendlichen Straftätern gibt. Oft können die Mitarbeiter schon nach wenigen Tagen sagen, ob der Aufenthalt im Projekt nur ein Ausrutscher war oder lediglich eine Durchgangsstation für die spätere Knastkarriere ist.