Besuch des Berliner Jugend-Knasts

Heute habe ich den Berliner Jugend-Knast (Jugendstrafanstalt JSA) besucht – zusammen mit Björn Eggert, jugendpolitischer Sprecher unserer SPD-Fraktion, und Alexander Straßmeir, Berliner Staatssekretär für Justiz. Zur Zeit sind 313 der 429 Einzel-Zellen belegt, 85 von ihnen in Untersuchungshaft. 43 Insassen sind unter 18 Jahre alt. Der Grund für’s Einsitzen ist meistens Raub, Diebstahl und Körperverletzung. Nur ein Bruchteil sitzt eine Haftstrafe ab wegen Mord, Totschlag oder Sexualdelikten. Der Anstalts-Leiter stellte uns die Einrichtung vor mit Informationen zu sozialpädagogischen und schulischen Maßnahmen und einen Blick in die Räume.

Die JSA legt großen Wert darauf, die Resozialisierung der Gefangenen zu erleichtern. Die Inhaftierten können in der Schul-Abteilung den Hauptschul-Abschluss nachholen oder sich in einer der mehr als 20 Werkstätten zu Berufen wie Kfz-Mechatroniker, Tischler, Maler oder Schlosser ausbilden lassen. Das setzt natürlich voraus, dass die Insassen morgens pünktlich aufstehen und einen strukturierten Tagesablauf haben. Es gibt klare Regeln. Wer gegen sie verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen, zum Beispiel weniger Hofgang oder keine Teilnahme an der Freizeit-Gestaltung wie Fußball, Leichtathletik und Computerkursen.

Die jungen Männer werden für die Zeit ihrer Haftdauer in Wohngruppen untergebracht, die von Sozialpädagogen und Psychologen geleitet werden. Die JSA hat eine Sozialtherapeutische Abteilung, in der Sexualstraftäter und Gewaltstraftäter untergebracht sind, bei denen von einer hohen Rückfall-Gefahr auszugehen ist. Außerdem gibt es einen Drogen-Fachbereich für Gefangene mit einem Sucht-Problem. Der Übergang zwischen Knast und Rückkehr in ein geregeltes Leben außerhalb der Knast-Mauern wird durch Experten begleitet.