Besuch im Haus der Familie und der Kita Kleiner Fratz

Gestern habe ich das Haus der Familie und die Kita Kleiner Fratz in der Glasower Straße besucht. Das Haus der Familie ist unter der Leitung von Nuran Kara ein Begegnungs-Zentrum, in dem vor allem sozial schwache Familien, Eltern mit Migrationshintergrund und zukünftig auch verstärkt Roma-Familien betreut und zu Themen wie Erziehung sowie Sprach- und Gesundheits-Förderung beraten werden. Neben einem Familiencafé werden auch Hebammen-Sprechstunden für die frühe Hilfe angeboten. Besonders freue ich mich über das Interesse, die geplante neue Flüchtlingsunterkunft an der Karl-Marx-Straße zu unterstützen. In der Kita Kleiner Fratz werden über 100 Kinder im Alter von sechs Monaten bis zum Schulstart betreut.

Die Kita-Leiterin Beatrix Kley führte mich durch die schön bunten Räume ihrer Einrichtung. Die halboffene und integrative Arbeit steht ebenso im Mittelpunkt wie die wichtige Sprachförderung. Denn jedes 6. vierjährige Kita-Kind in Berlin und von ihnen jedes 4. Neuköllner Kita-Kind hat Sprachmängel, Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache doppelt so häufig wie Kinder deutscher Herkunftssprache. Und je länger ein Kind eine Kita besucht, desto besser ist das für seine sprachliche, motorische und soziale Entwicklung. Wir werden aber unter die Lupe nehmen, weshalb seit Jahren immer noch so viele Kinder trotz Kita-Besuch Sprachmängel haben, obwohl wir den Kita-Betreibern mehr Geld und Personal gegeben haben – 400 Mio. Euro mehr seit 2009. Als wichtige Maßnahme bei der Verbesserung der Qualität in den Kitas wollen wir schrittweise den Betreuungsschlüssel bei den Unter-Dreijährigen (U3) auf den Bundesdurchschnitt verbessern (dass sich die Erzieherinnen und Erzieher um weniger Kinder kümmern, den Ü3-Betreuungsschlüssel haben wir schon verbessert) und ebenso wie den Ü3-Kita-Besuch die Kita-Beiträge für U3-Plätze schrittweise abschaffen.

Allein auf der Warteliste des Kleinen Fratz‘ stehen 75 Kinder. Und auch wenn es in Berlin und in Neukölln ausreichend Kita-Plätze gibt: Sie sind ungleich verteilt. Wir werden deshalb in den Jahren 2016 und 2017 weitere 10.000 Kita-Plätze schaffen, vor allem in sozialen Brennpunkten.