Besuch QMs High-Deck-Siedlung und Weiße Siedlung mit Senator Geisel

Heute habe ich mit dem neuen Berliner Senator für Stadtentwicklung, Andreas Geisel (SPD), die Quartiersmanagements (QM) High-Deck-Siedlung und Weiße Siedlung in meinem Wahlkreis besucht. Mit dabei waren unter anderem Vertreterinnen der Neuköllner Stadtteilmütter. Ines Müller vom QM High-Deck-Siedlung und Cindy Gill vom QM Weiße Siedlung haben berichtet, wer in ihren Quartieren lebt, welche Probleme es gibt, was zur Verbesserung der Kieze gemacht wurde und wie ihre Arbeit als Quartiersmanagerinnen aussieht. Anschließend führten wir Senator Geisel durch die High-Deck-Siedlung.

Die Quartiersmanagerinnen sind unsere Feuerlöscher vor Ort: Sie sind Ansprechpartnerinnen bei Problemen, vernetzen die Einrichtungen im Kiez und helfen, wo sie können. In den letzten Jahren wurden – auch mit der großen Unterstützung von vielen Ehrenamtlichen – viele Projekte und Einrichtungen auf die Beine gestellt. Ziel ist es, die Wohnquartiere zu verschönern, das Zusammenleben im jeweiligen Kiez zu verbessern und Einrichtungen mit Leben zu füllen, die sich zum Beispiel um Kinder und Jugendliche kümmern: Im QM High-Deck-Siedlung sind unter anderem der Kindertreff „Waschküche“, der Spielegarten für Jung und Alt, der Jugendtreff „The Corner“ und der Nachbarschaftstreff „mittendrin“ entstanden und wurde ein Teil der Häuserfassaden gestrichen und Bolz- und Spielplätze neugestaltet. In der Weißen Siedlung gibt es zum Beispiel das Kinderclubhaus Dammweg, das Familienzentrum „Debora“, den Jugendtreff „Sunshine Inn“, den Nachbarschaftstreff „Sonnenblick“ und wurden ebenfalls Spielplätze neugestaltet. Es bleibt aber viel zu tun, bei dem ich die beiden QMs unterstützen werde: In der High-Deck-Siedlung sollen weitere Spiel- und Bolzplätze neugestaltet, „The Corner“ erweitert, die Berufsorientierung und Lernhilfe ausgeweitet, „mittendrin“ gesichert und das FamilienForum mit dem Kindertreff und dem interkulturellen Familienzentrum zur Stärkung der Familien ebenfalls gesichert werden. In der Weißen Siedlung soll das Kinderclubhaus saniert, weitere Spielplätze neugestaltet, der „Sonnenblick“ gesichert und die Jugendarbeit sowie Berufsorientierung – zum Beispiel durch einen Ausbau vom „Sunshine Inn“ – gestärkt werden.

In der High-Deck-Siedlung leben 6.500 Neuköllner, in der Weißen Siedlung 4.100, von ihnen sind 3.200 unter 18 Jahre alt. Beide Quartiere sind im Berliner Vergleich sehr junge Kieze. Über 60 Prozent der Bewohner leben von Hartz IV, über 70 Prozent haben einen Migrationshintergrund, drei von vier Kindern sind von Kinderarmut betroffen. In beiden Quartieren sind überdurchschnittlich viele Eltern mit der Erziehung und Förderung ihrer Kinder überfordert. Ein Teufelskreislauf: In beiden Quartieren gibt es einen großen Kita-Platz-Mangel, nicht einmal jedes 2. Kind hat einen Kita-Platz vor Ort (insgesamt fehlen 900 Plätze). Auch mit meiner Unterstützung wird demnächst eine neue Kita mit 120 Plätzen in der High-Deck-Siedlung gebaut. Das ist dringend notwendig – reicht aber leider noch nicht. Der Großteil der Kinder wird mit sprachlichen, motorischen und sozialen Mängeln eingeschult, auch weil es eben nicht genug Kita-Plätze gibt. Jeweils über 90 Prozent der Schüler an den drei Ganztagsschulen in der Köllnischen Heide – Sonnen-Schule, Schule in der Köllnischen Heide und Kepler-Schule – sind von der Lernmittel-Zuzahlung befreit. Sie kommen also aus einkommensschwachen Familien. Deshalb profitieren die drei Schulen vom Brennpunktschulen-Programm, für das ich mich stark gemacht habe, und von der Schulsozialarbeit, die auch mit meiner Hilfe erhalten bleibt. Überdurchschnittlich viele Schüler schwänzen die Schule oder brechen sie ohne Abschluss ab , haben keinen Ausbildungsplatz oder ziehen ihre Ausbildung nicht durch. Damit haben sie wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt, eine Hartz IV-Karriere droht.