EU-Sozialkommissar zu Besuch in Neukölln

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Heute Mittag war ich dabei, als EU-Sozialkommissar László Andor zusammen mit unserer Bezirksstadträtin für Bildung, Franziska Giffey (SPD), und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesbauministerium, Florian Pronold (SPD), zwei Neuköllner Integrations-Projekte für Roma besuchte. Wir haben die Hans-Fallada-Schule und das Arnold-Fortuin-Haus in der Harzer Straße besichtigt.

Die Hans-Fallada-Schule hat auf den steigenden Zuzug von Roma-Familien reagiert und bietet für Schulanfänger Sommerschulen an. Durch rumänische Sprach- und Kulturmittler und Sozialarbeiter wird den Roma-Kindern in den „Willkommensklassen“ das Lernen unserer Sprache erleichtert und die wichtige Arbeit mit den Eltern unterstützt. Denn viele der Roma-Kinder sprechen kein Wort Deutsch oder haben noch nie eine Schule von innen gesehen. Anschließend besichtigten wir das Arnold-Fortuin-Haus, heute ein vorbildliches Wohnprojekt für Roma. Bevor das Haus umfangreich saniert wurde, lebten dort Zuwanderer aus Südosteuropa in ghetto-ähnlichen Verhältnissen. Jetzt gilt es als Musterbeispiel für den kommunalen Umgang mit Zuwanderern – 600 (!) Menschen unterschiedlicher Nationalitäten wohnen hier unter einem Dach.

Bei der Integration der Roma stoßen wir an unsere Grenzen. Die Neuköllner SPD weist schon seit Jahren auf die Probleme mit der Armutswanderung innerhalb Europas hin, die wir nicht in unserem Bezirk lösen können. Wichtig ist, die Probleme klar zu benennen und anzupacken. Aber dafür brauchen wir eine stärkere Unterstützung des Senats, des Bundes und auch der EU. Wir dürfen die Integrationsfehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Die Integration der Roma in Deutschland und Berlin gibt es nicht zum Nulltarif. Vorsorge durch Bildung ist preiswerter als Nachsorge durch Sozialleistungen.