Gespräch zur Stärkung von Brennpunkt-Schulen

Die Robert-Bosch-Stiftung hat eine Studie veröffentlicht, wie es New York City geschafft hat, Schulen in Brennpunkten einen „turnaround“ zu verpassen: sie also „umzudrehen“ – mit gezielten Maßnahmen zu stärken, ihre Leistungen zu verbessern und so attraktiver zu machen für Lehrer, Schüler und Eltern. Brennpunkt-Schulen gibt’s auch in Berlin. Als Neuköllner ist mir das Thema wichtig und deshalb habe ich heute meine SPD-Bildungs-Kollegen zu einem Gespräch eingeladen, in dem uns die Studie von der Autorin Valerie Bockstette und Dr. Olaf Hahn, Bildungsdirektor bei der Bosch-Stiftung, vorgestellt wurde.

Berlin hat in den vergangenen Jahren viel dafür getan, um die Schulen, die individuelle Förderung von Schülern und ihre Abschlussquoten zu verbessern – z.B.   durch die Schulstrukturreform (es gibt nur noch die Integrierte Sekundarschulen und die Gymnasien – an beiden ist es möglich, das Abitur zu machen), den Ausbau des Ganztagsbetriebs. die Stärkung des Dualen Lernens und die Veröffentlichung der Schulinspektionsberichte getreu dem Motto „An dieser Schule ist es nicht so schlimm, wie viele denken“.

Ich bin der Meinung, dass noch mehr geht. Denn die Allensbach-Studie „Lehre(r) in Zeiten der Bildungspanik“ hat im April einen Praxisschock für Junglehrer gezeigt, auf den sie in ihrer Ausbildung nicht ausreichend vorbereitet werden: 40 % von ihnen fühlen sich im Schulalltag mit Schülern und Eltern überfordert und kritisieren die Respektlosigkeit ihrer Schüler. Gleichzeitig hat der Senat im Rahmen des Anmeldeverfahrens für das neue Schuljahr festgestellt, dass Schulen in Brennpunkten auch nach der Strukturreform für Kinder und Eltern unattraktiv bleiben. Sie machen einen Bogen um Brennpunkt-Schulen. Denn eine Schule ist meist der Spiegel ihres sozialen Umfelds.

Brennpunkt-Schulen brauchen besondere Unterstützung und die besten Lehrer. Dafür sind unter anderem Anreize nötig – das schlagen wir als Neuköllner SPD vor. Nur so können Kinder, die aus sozial schwierigen Familien kommen, zum Erfolg geführt werden. Gemeinsam mit meinen Bildungs-Kollegen werde ich darüber diskutieren, wie wir die Brennpunkt-Schulen attraktiver machen können: für junge Lehrer, die sich in Brennpunkt-Schulen engagieren und ihre Schüler auf ihrem Weg zu einem Abschluss unterstützen. Und für Schüler und ihre Eltern, damit sie keinen Bogen mehr um bestimmte Schulen machen.