Gewalt an Berliner Schulen nimmt weiter zu

 

Jahr für Jahr gibt es mehr Gewalt an unseren Schulen, so auch im 1. Schulhalbjahr 2016/17: Vor allem schwere körperliche Gewalt und vor allem an Grundschulen. Das ist ein Alarmsignal und Ausdruck der sozialen Spaltung, dass etwas falsch läuft in unserer Gesellschaft. Die Schulen werden immer mehr zu einem Reparaturbetrieb, sind dafür aber nicht ausgestattet.

Auch Mobbing, Beleidigung, Abzocke und Geburtstagsschläge kommen im Schulalltag zu häufig vor: Gab es im vergangenen Schuljahr 2265 Fälle, sind es im 1. Schulhalbjahr 2016/17 bereits 1065. Mit einer neuen Rekordmarke zum Ende des Schuljahres ist zu rechnen. Außerdem ist die Dunkelziffer größer, weil Schulen nicht dazu verpflichtet sind, Vorfälle wie Mobbing, Beleidigungen und Tätlichkeiten zu melden.

Auch für das Schulpersonal gibt es keine Entwarnung. Im 1. Schulhalbjahr 2016/17 wurden 283 Übergriffe gemeldet, so viel wie früher im gesamten Schuljahr. Ob der letztjährige Rekordwert von 636 Meldungen übertroffen wird, ist noch nicht absehbar.

Das Engagement für die gewaltfreie Schule muss weiter verstärkt werden. Wir werden die Umsetzung unseres Programms gegen Gewalt an Schulen kritisch begleiten und bei weiterem Bedarf nachsteuern.

Tagesspiegel vom 16.5.2017 – Gewalt an Berliner Schulen nimmt zu

Bild vom 22.5.2017 – So gewalttätig geht’s an Berlins Schulen zu