Gewalt in Schulen: Weiter viele Vorfälle – Prävention stärken

Seit Jahren steigt die Zahl der Gewaltvorfälle in Berliner Schulen (Schuljahr 2011/12: 2457, 2012/13: 2686, 2013/14: 2792). Die Zwischenbilanz der Vorfälle im 1. Schulhalbjahr 2014/2015 in der Antwort auf meine Schriftliche Anfrage zeigt, dass sie auf hohem Niveau bleiben (bisher 1293 Vorfälle) – vor allem in Grundschulen. Die Dunkelziffer bei Beleidigungen, Drohungen und Tätlichkeiten ist außerdem höher, weil die Schulen nicht dazu verpflichtet sind, sie zu melden.

Vor allem Mobbing, Beleidigungen, Abzocke und Geburtstagsschläge kommen im Schulalltag viel zu häufig vor. Die vielen Fälle schwerer körperlicher Gewalt (Schuljahr 2012/13: 443, 2013/14: 511, 1. Halbjahr 2014/15: 236) und Übergriffe auf Schulpersonal (Schuljahr 2013/14: 434, 1. Halbjahr 2014/15: 257) bleiben ein Alarmsignal. Wir brauchen eine Strategie, wie wir diese Vorfälle zurückdrängen. Schüler dürfen mit Gewalt gegen Mitschüler oder Lehrer nicht durchkommen, da darf es keine Toleranz geben. Wir brauchen klare Grenzen und Regeln, die konsequent durchgesetzt gehören. Unsere Schüler müssen ohne Angst in die Schule gehen können. Der Arbeitskreis Bildung der SPD-Fraktion hat sich auf meine Initiative hin Gedanken gemacht, wie mit dem Problem umgegangen und Prävention und Aufklärung verbessert werden können. Das wird nach den Sommerferien Thema sein.

Wir sind unter anderem der Meinung, dass Prävention, Aufklärung und Anti-Gewalt- sowie Anti-Mobbing-Trainings in den Schulen intensiviert, Präventionsgespräche der Polizeiabschnitte in den Schulen verstetigt und Lehrer stärker im Umgang mit Aggression und Gewalt im Schulbereich fortgebildet werden sollen. Es macht Sinn zu prüfen, wie an den Schulen pädagogische Fachkräfte zu Konflikt-Mediatoren ausgebildet werden können. Außerdem soll jede Schule ein Gewaltpräventions- und Konfliktmanagementkonzept mit dem Ziel erarbeiten, präventive Strukturen aufzubauen und schulische Akteure zur aktiven Konfliktbewältigung zu befähigen und eine „Koordinierungsrunde Konfliktbearbeitung“ einzurichten, um die laufenden gewaltpräventiven Maßnahmen zu bewerten, weitere Bedarfe festzustellen, zukünftige Maßnahmen zu planen und enger zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus sollen die Schulen verpflichtet werden, zukünftig auch Vorfälle des Gefährdungsgrades I (also Mobbing, Beleidigungen, Drohungen und Tätlichkeiten) zu melden und der Senat soll den Bericht zur Gewaltprävention und Krisenintervention in Schulen wieder veröffentlichen.

Presse:
Tagesspiegel 26.06.2015

FOCUS Online 25.06.2015

Berliner Morgenpost 25.06.2015