Gewalt in Schulen darf nicht tabuisiert werden!

Die Antwort des Senats auf meine Kleine Anfrage zeigt: Die Gewalt in unseren Schulen nimmt weiter zu. Vor allem Mobbing, Bedrohungen, Beleidigungen und Tätlichkeiten. Das sind keine Kavaliersdelikte, sondern sie prägen den Schulalltag. Wir dürfen die Gewalt unterschiedlicher Ausprägungen in den Schulen nicht tabuisieren, unsere Schüler müssen ohne Angst in die Schule gehen können. Kommt ein Schüler mit Mobbing durch, ist der Schritt zu körperlichen Übergriffen nicht mehr weit.

Die „Geburtstagsschläge“, über die die Presse im lezten Jahr berichtet hat, sind das beste Beispiel. Geburtstagsschläge werden übrigens nicht nur unter Neuköllner Schülern verteilt. Ich gehe davon aus, dass die Dunkelziffer bei den weniger schwerwiegend eingestuften Fällen wie Tätlichkeiten, Bedrohungen, Mobbing und Beleidigungen (häufig auch rassistisch und schwulenfeindlich) noch höher ist.

Denn die Schulen sind nicht verpflichtet, über solche Vorfälle zu informieren. Das führt dazu, dass nur jede zweite Schule in Berlin Fälle dieser Art melden. Ins Bild passt, dass der jährliche Bericht zur Gewaltprävention seit dem Schuljahr 2012/2013 nicht mehr vom Senat veröffentlicht wird. Der Senat sollte aber über den Zustand in den Schulen ehrlich informieren, auch wenn die Wahrheit weh tut. Wir müssen wissen, wie es in unseren Schulen aussieht, um die Prävention und Aufklärung stärken zu können.

Positiv ist, dass die Anzahl der Übergriffe auf Schulpersonal leicht abgenommen hat. Im Schuljahr 2012/2013 gab es 439 Delikte – 25 weniger als noch im Jahr zuvor. Verursacher der meisten Gewaltvorfälle sind meist Jungen (2002 Fälle). Mädchen waren nur an 326 Vorfällen beteiligt.

Presseüberblick: