Immer mehr Kindeswohl-Gefährdungen in Berlin

Im letzten Jahr gingen die Berliner Jugendämter 12.175 begründeten Fällen von Kindeswohl-Gefährdung nach. Im Vergleich zu den 11.465 Fällen in 2015 bedeutet das eine Steigerung um rund 6 Prozent, im Vergleich zu 2012 (6.776 Fälle) sogar um knapp 80 Prozent. Das ist ein Alarmzeichen, dass die sozialen Probleme in unserer Gesellschaft und die Überforderungen vor allem in armen Familien zunehmen. Deshalb brauchen Familien mehr Unterstützung.

Bei den Bezirken gab es in Neukölln 2016 mit 1950 die meisten Verfahren. Es folgen Mitte (1.535 Verfahren), Tempelhof-Schöneberg (1.371) und Friedrichshain-Kreuzberg (1.222). In diesen vier Bezirken wurden zusammen rund die Hälfte aller berechtigen Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung geführt. Am Ende der Bezirksliste steht Steglitz-Zehlendorf (458), davor Charlottenburg-Wilmersdorf (664) und Pankow (665).

Meist gingen die Behörden den Fällen nach Hinweisen durch die Polizei, Schulen oder Nachbarn nach. Diese meldeten den Jugendämtern vor allem den Verdacht auf Vernachlässigungen und psychische Misshandlungen durch Erziehungsberechtigte, aber auch auf sexuelle Gewalt. Die angestrengten Verfahren führten dazu, dass im vergangenen Jahr insgesamt 2.191 Kinder und Jugendliche in die Obhut des Jugendamtes übernommen wurden. Das sind rund ein Viertel weniger als 2015 (2.990), aber noch immer mehr als doppelt so viele, wie vor fünf Jahren (999). Auch wenn das System funktioniert und Kinder schützt, müssen wir es schaffen, dass Kinder erst gar nicht in eine so schlimme Lage kommen. Das klappt noch nicht, deshalb müssen die bisherigen Hilfen überprüft werden.

Berliner Zeitung vom 9.10.2017 Kindesgefährdungen in Berlin

BZ vom 9.10.2017 – Alle 43 Minuten wird in Berlin ein Kind misshandelt

BILD vom 8.10.2017 – Mehr als 12 000 Fälle 2016: Alle 43 Minuten wird in Berlin ein Kind misshandelt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.