Keine falsche Toleranz mit Gewalt in Schulen

Die Antwort des Senats auf meine Schriftliche Anfrage deutet darauf hin, dass die Gewalt-Vorfälle in den Schulen auf hohem Niveau bleiben. Die Zahlen des ersten Schul-Halbjahres 2013/14 zeigen keine Verbesserung gegenüber dem gesamten letzten Schuljahr. Vor allem Mobbing, Beleidigungen, Abzocken und Geburtstagsschläge kommen im Schul-Alltag viel zu häufig vor. Es darf aber keine falsche Toleranz mit Gewalt in Schulen geben.

Beim sogenannten Gefährdungsgrad I wurden allein im ersten Schul-Halbjahr 2013/14 bisher 717 Fälle von Beleidigungen, Drohungen und Tätlichkeiten gemeldet (im gesamten Schuljahr 2012/13 waren es 1418). Mobbing wurde bisher in 35 Fällen bekannt (2012/13: 93). Die Dunkelziffer ist wesentlich höher, weil die Schulen nicht verpflichtet sind, diese Fälle zu melden. Und viele Lehrer bekommen sie gar nicht mit.

Auch die Zahl der Vorfälle des Gefährdungsgrades II (die Schulen müssen diese Fälle melden) bleiben hoch: Bedrohungen gab es im 1. Schul-Halbjahr 2013/14 bisher 170 Mal (im gesamten Schuljahr 2012/13 waren es 311 Fälle), schwere körperliche Gewalt wurde bisher in 239 Fällen bekannt (2012/13: 443).

Außerdem ist es sinnvoll, die Sensibilität der Lehrer zu verbessern, die Prävention und Aufklärung zu stärken, das soziale Lernen in den Schulen auszubauen, mehr Sozialarbeiter einzusetzen und den Jahresbericht zur Gewaltprävention an Schulen wieder einzuführen – der vor zwei Jahren abgeschafft wurde.

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