Kepler-Schule: Brennpunktschulen- und school turnaround-Programm

Gemeinsam mit der Neuköllner Schulstadträtin Dr. Franziska Giffey und der Morgenpost habe ich die Kepler-Schule in meinem Wahlkreis besucht. Im Mittelpunkt standen die Umsetzung des Brennpunktschulen-Programms und des school turnaround-Programms, von denen die Schule profitiert. Über 90 Prozent ihrer Schüler sind von den Lernmitteln befreit, das Bestehen des Mittleren Schulabschlusses ist niedrig, dafür schwänzen vergleichsweise viele Schüler oder brechen die Schule leider ohne Abschluss ab.

In ganz Berlin profitieren 219 staatliche Schulen – das ist jede Vierte – vom Brennpunktschulen-Programm der SPD-Fraktion, in Neukölln 44 von 65 Schulen, von ihnen liegen 10 in meinem Wahlkreis. Wir wollen, dass alle Schüler die gleichen Chancen haben, aber sie haben nicht an allen Schulen die gleichen Startbedingungen. Unser Programm greift deshalb Schulen in sozialen Brennpunkten mit 15 Millionen Euro pro Jahr stärker unter die Arme. Dabei gehen wir weg vom Gießkannenprinzip und hin zu einer gezielten Förderung, denn die Schulen wissen am besten, was sie brauchen. Das ist bundesweit ein einmaliger Meilenstein.

Die Kepler-Schule bekommt pro Jahr 100.000 Euro zusätzlich. Mit dem Geld bezahlt sie die Koordinatorin ihres Mentoring-Programms, den Teach First-Fellow, die Stärkung der Berufsorientierung, eine bessere Ausstattung der Schulband, die Umgestaltung ihres Schulhofs, anteilig die Sozialarbeiterin und die Werkschule Löwenherz, in der Schulschwänzer durch praktisches Lernen motiviert werden, doch zur Schule zu gehen und einen Abschluss zu machen. Wir prüfen aktuell in der SPD-Fraktion den bedarfsgerechten Ausbau des Brennpunktschulen-Programms (wir gehen davon aus, dass die Anzahl der teilnehmenden Schulen aufgrund der Anzahl ihrer von Lernmitteln befreiten Schüler steigen wird) und die Ausweitung auf die Berufsschulen. Dafür werde ich mich einsetzen.

Es ist unsere Aufgabe, Schulen erster und zweiter Klasse zu verhindern. Wir dürfen Restschulen, die an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit gekommen sind, nicht beim langsamen Sterben zusehen, um die Eltern und Schüler aus vielfältigen Gründen einen Bogen machen. Niedrige Anmeldezahlen und hohe Wechselwünsche über Jahre sind hierfür ein Warnsignal. Deshalb ist es sinnvoll, das school turnaround-Programm – an dem in Neukölln neben der Silbersteinschule auch die Kepler-Schule teilnimmt – auszubauen. Unser Ziel muss sein, Schulen, die offensichtlich nicht die Attraktivität besitzen, die sie wünschenswerter haben sollten, stärker auf ihrem Weg zu einer erfolgreichen Schule zu unterstützen. Das Programm richtet sich an Schulen mit geringen Anmeldezahlen, geringer Lernbereitschaft, hohen Fehlzeiten der Schüler, vielen Schulabbrechern, schwachen Leistungsergebnissen und Schulabschlüssen. Die teilnehmenden Schulen bekommen einen professionellen Schul-Coach, der die Schulleitung, das Lehrerkollegium und die Schüler begleitet. Ziel ist, die Ergebnisse in den Bereichen Lehr- und Lernprozesse, Schul-Management, Schulstruktur und Leistungsergebnisse zu verbessern. Wir brauchen außerdem eine Brennpunkt-Zulage, um junge Lehrer in Brennpunktschulen zu bekommen und müssen Schulleiter früher und besser auf ihren Job vorbereiten und ihnen mehr Verantwortung für ihr Team geben.

Presse:
Berliner Morgenpost 07.01.2015