Kinder-Betteln wird zu ihrem Schutz verboten

Der Druck hat sich gelohnt, ich setze mich seit langem dafür ein: Das Betteln von Kindern und in Begleitung mit Kindern wird in Berlin vom Senat durch eine Verordnung – also durch eine neue Regelung – verboten. Endlich macht der Senat der Kinder-Bettel-Mafia einen Strich durch die Rechnung. Wir müssen die Kinder davor schützen, betäubt und hilflos ausgenutzt zu werden, sie gehören in die Kita und Schule, nicht auf die Straße. Sie haben ein Recht darauf, eine Chance für ein besseres Leben zu bekommen.

Wir kennen das Bild: Frauen betteln mit betäubten kleinen Kindern im Arm auf dem KuDamm oder auf dem Alexanderplatz, größere Kinder werden mit Musikinstrumenten in die U- und S-Bahn gestellt. Auch in Neukölln werden Kinder betteln geschickt, weil sie mehr Mitleid erregen als Erwachsene. Aber das Geld streichen Hintermänner ein, die Kinder sehen keinen Cent davon. Diese organisierte Ausbeutung wird demnächst verboten. Wer gegen das Verbot verstößt, wird mit einem Bußgeld bestraft. Bisher haben Polizei, Jugendamt und Sozialarbeiter keine Handhabe: Sobald sie versuchen mit den Kindern zu sprechen, tauchen die Erziehungsberechtigten auf und hauen mit den Kindern ab. Es ist also nicht möglich, die Kinder zum Beispiel an den Kindernotdienst zu übergeben.

Durch ein Bettel-Verbot von und mit Kindern ist es leichter, gegen die Eltern wegen der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht vorzugehen. Das würde eine Bestrafung der Eltern und die Inobhutnahme der Kinder zu ihrem Schutz ermöglichen. Übrigens: Verboten ist auch aggressives Betteln und betrügerisches Betteln unter Vortäuschung falscher Tatsachen, wie Krankheiten oder Behinderungen. Stilles Betteln hingegen ist und bleibt erlaubt.

Presse:
Bild 14.01.2015
Berliner Morgenpost 20.12.2014