Kitas müssen Sprachlern-Dokumentation an Grundschulen weitergeben

Ich habe mich dafür eingesetzt, dass alle Kitas die Lerndokumentation aus den Sprachlerntagebüchern ihrer Kita-Kinder an die Grundschulen weitergeben müssen. Das wurde jetzt verbindlich geregelt. Damit können die Grundschulen an die Arbeit der Kita-Erzieher anknüpfen und die Kinder haben einen besseren Start in der Grundschule, wenn die Lehrer ihren Entwicklungsstand kennen. Eine kleine Einschränkung gibt es aber leider: Die Eltern müssen der Weitergabe der Dokumentation zustimmen – das sieht der Datenschutz so vor.

Zum 1. August wurde außerdem auch auf meine Initiative hin die Sprachförderung für Nicht-Kita-Kinder ausgebaut und für ihre Eltern ein Bußgeld eingeführt, wenn sie sich weigern, ihre Kinder zum verpflichtenden Sprachtest und/oder – bei festgestellten Sprachmängeln – zur verpflichtenden Sprachförderung zu schicken. Wie wichtig das ist, habe ich in meiner Rede im Mai 2013 erklärt. Kinder mit zum Teil erheblichen Sprachmängeln drohen schon früh in der Schule zu scheitern. Wer kaum Deutsch spricht, kann schlecht Lesen und Rechnen lernen. Deshalb bauen wir die verpflichtende Sprachförderung für Kinder aus, die keine Kita besuchen: Wir ziehen den Sprachtest um ein halbes Jahr vor und weiten die Sprachförderung von 3 auf 5 Stunden täglich aus. Dadurch besuchen Nicht-Kita-Kinder mit Sprachmängeln zukünftig eineinhalb Jahre lang die Sprachförderung, bevor sie in die Schule kommen. Das ist gut für sie, weil sie länger und intensiver gefördert werden.

Denn die Antwort des Senats auf meine Kleine Anfrage hat gezeigt: Noch immer hat jedes zweite Kind, das keine Kita besucht, Sprachmängel. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Bezirken: In Neukölln haben fast 70 % der getesteten Kinder Förderbedarf. In Steglitz-Zehlendorf nicht einmal 30 %. Es besteht auch heute schon die Teilnahmepflicht am Sprachtest, aber letztes Jahr reagierte nur die Hälfte der angeschriebenen Eltern auf die Einladung zum Sprachtest ihrer Nicht-Kita-Kinder. Das Bußgeld ist ein letztes Mittel, um den Eltern klar zu machen, dass sie das Wohl ihres Kindes gefährden. Was im frühkindlichen Alter versäumt wurde, kann die Schule nicht mehr aufholen. Jeder Tag ohne Sprachförderung ist ein Tag zu viel.