Kleine Anfrage: Barrierefreie U-Bahnhöfe in meinem Wahlkreis

Zehn Prozent der Berliner sind laut dem Landesamt für Gesundheit und Soziales zwingend auf Barrierefreiheit angewiesen. U- und S-Bahnen, Busse und Straßenbahnen spielen dabei natürlich eine entscheidende Rolle. Bislang hat die BVG 100 ihrer 173 U-Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut. Bis 2020 sollen nun laut Antwort des Senats auf meine Kleine Anfrage alle Berliner U-Bahnhöfe mit Fahrstühlen ausgestattet werden. Das wird 150 Mio. Euro kosten.

In meinem Wahlkreis sind bisher die Bahnhöfe Hermannstraße und Neukölln mit Fahrstühlen ausgestattet. Laut BVG-Planung sollen alle weiteren U-Bahnhöfe in Nord-Britz bis spätestens 2018 nachgerüstet werden: Der U-Bahnhof Blaschkoallee wird in diesem Jahr für 0,9 Mio. Euro mit einem Fahrstuhl ausgestattet. Im Jahr 2016 folgt der Bahnhof Parchimer Allee mit Investitionen in Höhe von 0,8 Mio. Euro. Der U-Bahnhof Grenzallee wird 2017/2018 für 1,4 Mio. Euro barrierefrei. Außerdem müssen im Bereich Hermannstraße die alten Fahrstuhlanlagen erneuert werden.

Meines Erachtens ist an der Grenzallee und Parchimer Allee eine schnellere Barrierefreiheit geboten. Denn rund um die Parchimer Allee leben viele alteingesessene, ältere Britzer, die auf eine barrierefreie Mobilität angewiesen sind, da es an einer wohnortnahen Versorgungsstruktur von Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten mangelt. Außerdem liegt in der Nähe des U-Bahnhofs das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk, in dem jeden Tag junge Menschen mit Körper-, Sinnes-, Lern- und Mehrfachbehinderungen für die betriebliche und gesellschaftliche Realität ausgebildet werden. Sie kommen aus ganz Berlin und nutzen auch die Anfahrt mit der U-Bahn über die Parchimer Allee.
Im unmittelbaren Einzugsgebiet des U-Bahnhofes Grenzallee liegt seit vielen Jahren die Hauptwerkstatt der VfJ Werkstätten GmbH, eine Werkstatt für behinderte Menschen. Sie ermöglicht geistig-, psychisch- und mehrfachbehinderten Menschen eine berufliche Integration. Ich habe schon häufig miterlebt, wie sie sich abmühen, die Stufen in den und aus dem U-Bahnhof zu steigen, weil an beiden Ausgängen weder eine Rolltreppe noch ein Aufzug vorhanden ist. Die Werkleitung bestätigte mir dieses Problem bei einem Besuch vor Ort.

Deshalb habe ich mich mit der Bitte um Prüfung der Ausbaupläne und einer schnelleren barrierefreien Gestaltung dieser beiden U-Bahnhöfe an die Vorstandsvorsitzende der BVG gewandt. Schauen wir mal.