Kleine Anfrage: Ergebnisse der Sprachtests von Kita-Kindern und Nicht-Kita-Kindern

Vor zwei Monaten wurden die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen veröffentlicht. Heraus kam: Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen einem mindestens zweijährigen Kita-Besuch und der Entwicklung der Kinder. Wer eine Kita besucht, hat seltener sprachliche, motorische und soziale Probleme und bessere Chancen, einen Schulabschluss zu schaffen. Das habe ich zum Anlass genommen, mich beim Senat nach den Ergebnissen der Sprachtests von Kita- und Nicht-Kita-Kindern in einer Kleinen Anfrage zu erkundigen.

Zwar liegen noch nicht alle Zahlen für 2013 vor – aber schon die vorübergehenden Zahlen zeigen, dass immer mehr Kinder Sprachmängel haben: Mittlerweile 54% der getesteten Kinder, 2009 waren es nur knapp 32%. Erschreckend sind die zum Teil erheblichen Unterschiede zwischen den Bezirken. In Neukölln haben 67% der getesteten Kinder Probleme, im benachbarten Treptow-Köpenick sind es lediglich 33%. Interessant außerdem: seit 2010 ist die Zahl der zum Sprachtest eingeladenen Nicht-Kita-Kinder stetig gestiegen. Damit auch die Zahl der Eltern, an die der Bescheid mit Auflage zur verpflichtenden Sprachförderung verschickt wurde sowie die Zahl der Eltern, die der Sprachförderpflicht für ihre Kinder nicht nachgekommen sind.

Deshalb ist erstens die Ausweitung der verpflichtenden einjährigen Sprachförderung für Nicht-Kita-Kinder bei festgestelltem Sprachdefizit von 3 auf 5 Stunden täglich ab dem Schuljahr 2014 richtig. Denn jede Förderstunde mehr ist gut für das Kind – wer ohne ausreichende Sprachkenntnisse eingeschult wird, dem droht eine Hartz IV-Karriere. Zweitens bin ich froh, dass 2014 auch auf meine Initiative hin das Bußgeld für Eltern von Nicht-Kita-Kindern eingeführt wird, die ihre Kinder nicht zum verpflichtenden Sprachtest oder zur verpflichtenden Sprachförderung schicken.

Wir dürfen nicht zulassen, dass einige Eltern die Zukunft ihrer Kinder aufs Spiel setzen und ihre Sprachförderung vernachlässigen. Indem wir das Bußgeld einführen, greifen wir auch den Wunsch der Schulämter auf, die bisher keine Möglichkeit haben, gegen diese Eltern vorzugehen. Die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen haben es gezeigt und auch die Zahlen des Senats auf meine Kleine Anfrage machen es deutlich: Eine Kitapflicht ist richtig. Es geht uns dabei um die Kinder, die Zuhause nicht gefördert und erzogen, sondern vor die Glotze gesetzt werden. Sie sind ohne Kita-Besuch in der Schule schon früh zum Scheitern verurteilt.