Kleine Anfrage: Gewalt in Berliner Schulen

Der neue Berliner Gewaltpräventionsbericht listet für das letzte Schuljahr 1836 Gewaltvorfälle auf. Das ist ein Anstieg von sage und schreibe 25%, besonders auffällig ist der deutliche Anstieg in Grundschulen. Die Fälle von schwerer körperlicher Gewalt sind zwar um 11% auf 17% gesunken, dafür stiegen Bedrohungen, Beleidigungen, Tätlichkeiten und Mobbing auf 48%. Für mich sind das alarmierende Zahlen. Sie zeigen, dass die Respektlosigkeit unter den Schülern und gegenüber Lehrern immer weiter zunimmt und die Hemmschwelle sinkt, zuzuschlagen. Ich habe eine Kleine Anfrage an den Senat gestellt, um ergänzend zum Gewaltbericht die Zahlen zu den einzelnen Schulen in Erfahrung zu bringen. Nur so ist auszumachen, wo genau die Schulen liegen, in denen es eklatante Gewaltprobleme gibt.

Wie schon in den letzten Jahren kamen die meisten Meldungen von Gewalttaten aus dem Bezirk Mitte mit knapp 14%. Selbst aus Steglitz-Zehlendorf kamen 13% der gemeldeten Vorfälle – ein Anstieg um 3% gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der angezeigten Gewaltdelikte in Neukölln sank dagegen erfreulicherweise im letzten Schuljahr um 3%, steht aber weiter auf hohem Niveau bei 10% aller angezeigten Fälle. Die Zahlen zeigen deutlich: Gewalt gibt’s nicht nur in den Problemkiezen – Gewalt scheint in jeder Schule an der Tagesordnung zu sein.

Insgesamt halte ich es für eine gefährliche Entwicklung, dass allein 25% aller angezeigten Fälle Übergriffe gegen Lehrer waren, also vor allem Bedrohungen, aber in 10% der Fälle auch schwere körperliche Gewalt. Deshalb möchte ich auch wissen, was der Senat bisher für die Sicherheit der Schüler und Lehrer in den Schulen unternimmt und wie er dafür sorgen will, dass der Schulfrieden besser gewahrt wird. Meiner Meinung nach muss schnell reagiert werden, denn wenn ein Schüler mit Mobbing durchkommt, ist der Schritt zur körperlichen Gewalt oft nicht mehr weit.