Kleine Anfrage: Gewaltvorfälle in Berliner Schulen im Schuljahr 2012/2013

Der Gewaltpräventionsbericht für das 2011/2012 Schuljahr fuhr im Februar mit erschreckenden Zahlen auf: 1836 Gewaltvorfälle an Schulen bedeuteten einen Anstieg von sage und schreibe 25% zum vorherigen Schuljahr. Vor allem die Fälle von Bedrohungen, Tätlichkeiten und Mobbing stiegen gravierend. Ich habe schon damals nach den schulspezifischen Ergebnissen gefragt – eine genaue Aufschlüsselung war nicht möglich. Deswegen möchte ich auch für das Schuljahr 2012/2013 mit meiner Kleinen Anfrage wissen, wie die Zahlen in den einzelnen Schulformen aussehen und wieso sie nicht für jede Schule vorliegen.

Denn nur wenn es schul- oder bezirksbezogene Statistiken gibt, können wir uns ein realistisches Bild von der Lage vor Ort machen und entsprechend handeln. Um der Gewalt in den Schulen entgegenwirken zu können, müssen wir wissen, wo es brennt. Ein Problem ist auch, dass Gewalttaten der Stufe 1 (z.B. Drohungen, Mobbing, Tätlichkeiten) von den Schulen nicht gemeldet werden müssen – weshalb 60% der Schulen das auch nicht taten. Wenn wir wissen wollen, wie es um unsere Schulen steht, müssen wir ein vollständiges Bild haben. Kommt ein Schüler mit Mobbing durch, ist der Schritt zur körperlichen Gewalt häufig nicht mehr weit. Deswegen ist es notwendig, dass auch Vorfälle der Stufe 1 wieder gemeldet werden müssen.

Ich frage deswegen mit meiner Kleinen Anfrage nicht nur die aktuellen Zahlen ab, sondern möchte gezielt Informationen über die aktuelle Meldepraxis haben. Vor allem interessiert mich, wie der jährliche Gewaltpräventionsbericht der Senatsbildungsverwaltung erstellt wird, sollten tatbestands- und schulbezogene Daten tatsächlich nicht vorliegen. Nur weil die Wahrheit weh tut, dürfen wir unsere Augen nicht vor ihr verschließen. Die Wahrheit ist eben kein Wunschkonzert, wir müssen Unbequemes aushalten und dort anpacken, wo es brennt.