Kleine Anfrage: Zu wenige Kita-Plätze in der Köllnischen Heide

Insgesamt gibt es in Berlin genug Kita-Plätze. Sie sind aber ungleich verteilt. Das habe ich zum Anlass genommen, den Senat nach der Kita-Platz-Ausstattung in den beiden Brennpunkt-Kiezen High-Deck-Siedlung und Weiße Siedlung in der Köllnischen Heide in meinem Wahlkreis zu fragen. Das erschreckende Ergebnis: In den beiden Kiezen stehen nicht mal für die Hälfte der Kinder Kita-Plätze zur Verfügung.

Im QM-Gebiet High-Deck-Siedlung leben 681 Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Platz. In der Siedlung gibt es drei Kitas mit insgesamt 300 Plätzen. Ein ähnliches Bild in der Weißen Siedlung: Hier leben 372 Kinder zwischen eins bis sechs Jahren. Es gibt lediglich eine Kita mit 130 Plätzen. Insgesamt leben in den beiden Gebieten 1054 Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz – es gibt aber nur 430 Kita-Plätze. Senat und Bezirk haben das Problem bereits erkannt und suchen nach einer Lösung. Aber die bestehenden Kitas haben keine weiteren Ausbau-Kapazitäten und in beiden Siedlungen mangelt es an passenden Grundstücken für einen Kita-Neubau.

Das Problem ist, dass in sozialen Brennpunkten, in denen viele Eltern keine Arbeit haben und ihre Kinder nicht in einer Kita irgendwo auf dem Weg zur Arbeit absetzen können, häufig ein Kita-Platz-Mangel besteht. Die Eltern wünschen sich zwar einen Kita-Platz für ihr Kind, finden aber vor Ort keinen Kita-Platz. Die soziale Mobilitätsfalle führt dazu, dass sie ihr Kind auf eine viel zu lange Warteliste der Kita vor Ort setzen – wir sind uns aber alle darin einig, dass Kinder in Brennpunktkiezen die Kita besuchen sollen. Denn ein Kita-Besuch fördert die soziale, motorische und sprachliche Entwicklun der Kinder.

Eine weitere Lösung könnte – vor allem dort, wo zwar ein Mehrbedarf an Kita-Plätzen besteht, aber ein Ausbau bestehender Kitas oder Neubau aus Platzgründen nicht möglich ist – die Einrichtung einer Kita-Platz-Börse sein. Sie könnte helfen, Mehrfach-Anmeldungen auf Kita-Plätze zu vermeiden und zum Beispiel den lokalen Quartiersmanagern oder Familienzentren freie Plätze in ihren Bereichen zu melden.

Ich setze mich dafür ein, dass sich die Verantwortlichen aus Land und Bezirk mit Vertretern der beiden QMs an einen Tisch setzen und wir gemeinsam alles unternehmen, um mehr Kita-Plätze in der Köllnischen Heide zur Verfügung zu stellen.

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