Kleine Anfrage: Medizinische Grundversorgung in Neukölln ist so lala

In 17 von 18 Arztgruppen liegt Neukölln unter dem durchschnittlichen Versorgungsgrad für Berlin. Patienten fahren durch die halbe Stadt fahren, weil vor Ort kein Facharzt angesiedelt ist, es gibt lange Wartezeiten auf einen Termin, volle Praxen und sogar Abweisungen von Patienten. Vor allem bei den Frauen- und Hautärzten schrammt der Bezirk nur haarscharf an der Grenze der offiziellen Unterversorgung vorbei. Das geht aus der Antwort des Senats auf meine Kleine Anfrage hervor. Leider gibt es die Daten nur auf Bezirks-, nicht aber auf Kiezebene. Das erschwert eine genauere Analyse, ändert aber nichts an der Situation.

Der Senat bestätigt in seiner Antwort, dass es in Neukölln und auch in anderen Bezirken in den letzten Jahren zu Fehlentwicklungen gekommen ist, die zu erheblichen Unterschieden in der Ausstattung mit Fachärzten geführt haben. Die Kassenärztliche Vereinigung hat auf Druck des Senats beschlossen, dass im Rahmen der Bedarfsplanung nicht nur die Alters-, sondern auch die Sozialstruktur im Bezirk bei der Versorgungssteuerung berücksichtigt werden soll. Heißt: hat ein Bezirk viele ältere und ist viele sozial schwache Bürger, dürfen Ärzte nur noch innerhalb des Bezirks oder von einem anderen Bezirk in diesen “angespannten” Bezirk umziehen, wenn sie ihre Praxis verlegen wollen. Für Neukölln eine gute Sache. Aber die Verbesserung geht nicht von heute auf morgen.