Kleine Anfrage: MSA-Quote zeigt Unterschiede in Bezirken und Schulformen

Immer mehr Berliner Zehntklässler schaffen ihren Mittleren Schulabschluss (MSA). Das ist eine gute Entwicklung. Aber: die Antwort auf meine Kleine Anfrage zeigt, dass es Unterschiede zwischen den Bezirken und Schulformen gibt – und dass nach wie vor Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache den MSA seltener bestehen als Schüler deutscher Herkunftssprache. Hier erhoffe ich mir eine weitere Verbesserung durch die Stärkung und Unterstützung von Schulen in sozialen Brennpunkten.

Es haben so viele Schüler wie noch nie ihren MSA bestanden. Es haben aber auch so viele Schüler wie noch nie am MSA teilgenommen. Die Bestehens-Quote an sich ist nicht gestiegen. Drei Beispiele, wie es gelingen kann, noch mehr Schüler zu einem MSA zu verhelfen:

Für Schüler, die drohen kein Abschluss zu schaffen, bieten Schulen ab der 9. Jahrgangsstufe das Duale Lernen in besonderen Organisationsformen an. Das praxisnahe Lernen an außerschulischen Orten und mit einer intensiven Berufsorientierung führt zu neuer Lernmotivation und höheren Abschlussquoten. Das zeigen jahrelange gute Erfahrungen mit dem Produktiven Lernen, weshalb ich mich auch weiterhin für dessen Ausbau stark mache und für die bedarfsgerechte Finanzierung im Doppelhaushalt 2012/13 eingesetzt habe.

Außerdem unterstützen speziell geschulte Fachlehrkräfte (Fachcoaches) Schulen, die unterdurchschnittliche Ergebnisse im MSA hatten. Lehrkräfte erhalten Fortbildungen, um ihre Schüler besser auf den MSA vorbereiten zu können. Durch die Einführung des Ganztagsbetriebs an Integrierten Sekundarschulen werden mehr Möglichkeiten zur individuellen Förderung der Schüler geschaffen. Diese Strukturreform braucht aber – so blöd es klingt – Zeit zu greifen.