Kleine Anfrage: S-Bahn schlampt weiter bei der Sicherheit

Die S-Bahn lernt nicht aus ihren Schlampereien bei der Sicherheit. In der Antwort des Senats auf meine Kleine Anfrage zum aktuellen Stand der Sicherheitsmaßnahmen bei BVG und S-Bahn wird das einmal mehr deutlich. Die S-Bahn weigert sich weiter die überfällige Videoüberwachung in den S-Bahnen einzuführen und auf den S-Bahnhöfen selbst zu bezahlen.

Die S-Bahn will den Einbau von Überwachungstechnik auf ihren Bahnhöfen nicht selbst bezahlen und versteckt sich hinter Gesprächen über die Finanzierung mit Senat und Bund – das ist peinlich. Eine Nachrüstung der Züge verweigert sie mit dem Hinweis der sowieso schon auftretenden technischen Mängel bei den Zügen. Sie will nicht noch mehr an den Zügen rumfummeln, das würde die Zeit in der Werkstatt verlängern – ein Armutszeugnis.

Stattdessen will die S-Bahn Personal auf den Bahnhöfen abschaffen. Das neue Zugabfertigungssystem „ZAT-FM“ soll auf der Hälfte der 166 Bahnhöfe eingesetzt werden: Kameras (die aber nur auf den Bahnsteigrand gerichtet sind, erst bei der Einfahrt des Zuges in den Bahnhofe anspringen und nichts aufzeichnen) ersetzen die Augen der Abfertiger an den gelben Sprechsäulen und funken ihre Bilder auf einen Monitor des Fahrers.

Die S-Bahn muss die Sicherheit für ihre Fahrgäste endlich ernst nehmen und auf den gleichen Sicherheitsstand wie die BVG kommen. Bei der BVG sind mittlerweile alle U-Bahnhöfe und U-Bahnen mit Kameras ausgerüstet, auch in Bussen und Trams wird kräftig nachgerüstet. Die Anzahl der Straftaten ist gesunken.

Presse:
Bild 18.04.2013