Kleine Anfrage: Soziale Brennpunkte – Mehr Schulabbrecher, weniger Abiturienten

Der Senat hat meine Kleine Anfrage zur Entwicklung der Schulabschlüsse in den Berliner Bezirken in den letzten fünf Schuljahren beantwortet. Gut – auch vor dem Hintergrund, dass Berlins Wirtschaft wächst und Fachkräfte braucht: in Berlin machen immer mehr Schüler Abitur und immer weniger brechen die Schule ab. Schlecht: in sozialen Brennpunkten machen im berlinweiten Vergleich immer noch weniger Schüler Abitur und verlassen häufiger die Schule ohne Abschluss – besonders betroffen sind Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache.

Diese Entwicklung zeigt einmal mehr: wir müssen die Schulen in sozialen Brennpunkten endlich stärken und sollten den verpflichtenden Ganztagsschulbereich ausweiten und die frühkindliche Bildung ausbauen, um die Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom Elternhaus so früh wie möglich zu durchbrechen. Denn unsere Kinder und Jugendlichen brauchen bessere Zukunftsperspektiven als eine Hartz IV-Karriere. Die Neuköllner SPD fordert seit Jahren eine stärkere Unterstützung von Brennpunkt-Schulen und freut sich, dass die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus das Thema ernst nimmt. Wir werden demnächst über meine Anträge beraten, anschließend berichte ich ausführlicher darüber.

Meiner Meinung nach sollten wir auch eine Kita-Pflicht für alle Kinder einführen. PISA- und IGLU-Studien belegen, dass ein Kitabesuch die Sprach- und Sozialkompetenz der Kinder fördert und Kitakinder sechsmal häufiger einen Bildungsabschluss machen. Die Neuköllner SPD fordert deshalb seit Jahren die Einführung einer Kita-Pflicht und unterstützt den Regierenden Bürgermeister in seinem Vorstoß, das letzte Kita-Jahr in eine Vorschulpflicht umzuwandeln – sie stärkt die Chancengleichheit aller Kinder.

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