Kleine Anfrage: Ticket-Preller in Berlin kosten 35 Millionen Euro im Jahr

In Berlin sind im letzten Jahr über eine halbe Million Schwarzfahrer erwischt worden. 325.600 in der S-Bahn und 228.727 in den Bussen und U-Bahnen der BVG. Das hat der Senat auf eine Kleine Anfrage von mir mitgeteilt. Die Zahlen sind im Vergleich zu den Jahren davor also weiter gestiegen. Insgesamt ist den Öffis so ein Schaden von 35 Millionen Euro entstanden. Wer das Ticket prellt, bescheisst alle anderen Fahrgäste und uns Steuerzahler (wir bezahlen denen die Busse und Bahnen mit) – und führt zu höheren Ticketpreisen. Die treffen uns alle.

Klar ist: es gibt solche und solche Schwarzfahrer. Touristen übersehen unabsichtlich die Abstempel-Pflicht und Fahrgäste haben aus Versehen ein falsches Ticket gekauft (in solchen Fällen sind viele Kontrolleure kulant), Monatskarten-Inhaber haben ihr Ticket in einer anderen Hose vergessen (sie können ihr Monatsticket nachzeigen und zahlen 7 Euro Verwaltungsgebühr) – und hartnäckige Schwarzfahrer ziehen einfach keine Tickets, in der Hoffnung, nicht erwischt zu werden. Ich finde es deshalb gut, dass zukünftig mehr Ticket-Kontrolleure in S- und U-Bahn eingesetzt werden sollen. Aktuell sind 120 Kontrolletis für die BVG im Dienst (40 eigene und 80 von einem externen Dienstleister) und 72 für die Berliner S-Bahn. Beide Unternehmen wollen aufstocken: Die BVG auf 140 eigene und externe Kontrolleure, die Berliner S-Bahn auf rund 80. Ein richtiger Schritt, für den ich mich seit zwei Jahren einsetze.

Meiner Meinung nach sollte auch das erhöhte Beförderungsentgelt bundesweit von 40 auf 60 Euro erhöht werden, denn wer ständig die Ticket-Zeche prellt, hat 40 Euro leider schnell schwarz zusammengefahren. Hier geht es auch um den Abschreckungseffekt: Ein erhöhtes Beförderungsentgelt und das Wissen über mehr Kontrolleure wird hoffentlich die Einsicht der Schwarzfahrer schärfen, sich ein Ticket zu kaufen. Der Senat und die BVG sind auch für die Erhöhung. Aber die Bundesregierung ist für eine deutschlandweite Regelung zuständig – und die kommt nicht auf dem Quark.

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