Kleine Anfrage: Videoüberwachung bei der BVG – Sinkende Gewalt, steigende Aufklärung

Diebstahl im Bus, Belästigung in der Tram, Prügelei in der U-Bahn, vor allem die Berichte über Gewaltexzesse auf U-Bahnhöfen schocken uns regelmäßig. Der Senat hat nun auf meine Kleine Anfrage geantwortet: Bus und Bahn sind sicherer geworden. Die Gewalt sinkt deutlich, die Identifizierung von Straftätern steigt. Die Ausweitung der Videoüberwachung bei der BVG hat sich also bewährt und die Verlängerung der Speicherfrist von Videomaterial auf 48 Stunden war die richtige Entscheidung. Aber wichtig ist auch, dass die BVG ausreichend Sicherheitspersonal einsetzt, denn eine Kamera kann zwar aufklären, aber nicht eingreifen.

Gab es 2011 noch 3896 Gewalt- und Straftaten, so ist die Zahl im letzten Jahr auf 3183 gesunken – ein Rückgang um 18%. Das zeigt, dass die Strategie der BVG richtig ist: mittlerweile ist jeder U-Bahnhof, jede U-Bahn und ein Großteil der Busse und Trams videoüberwacht. Das erleichtert – neben der abschreckenden Wirkung auf potentielle Täter – die Aufklärungsarbeit der Polizei. Denn durch die Ausweitung der Videoüberwachung stiegen auch die Anfragen der Polizei von 2417 im Jahr 2011 auf 2517 im Jahr 2012. So wurden im letzten Jahr 702 Tatverdächtige ermittelt, jeder vierte wurde also per Videomaterial überführt.

Außerdem ist die Anzahl der zurückgewiesenen Video-Anforderungen der Polizei deutlich gesunken. Heißt: durch die Verlängerung der Speicherfrist von Videomaterial auf 48 Stunden hat die Polizei verstärkt die Chance, Bildmaterial als Beweismittel und zur Täterüberführung zu sichern. Die BVG will in ihren Bussen und Trams sukzessive Kameras nachrüsten und auf gewaltbelasteten U-Bahnhöfen modernere Kameras installieren. Die S-Bahn sollte sich von diesen Sicherheitsmaßnahmen endlich eine Scheibe abschneiden und die Sicherheit ihrer Fahrgäste genau so ernst nehmen.

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