Kleine Anfrage: Weniger Komasaufen unter Kindern und Jugendlichen, dafür viele Straftaten

Jedes Jahr trinken sich Hunderte Kinder und Jugendliche besinnungslos, werden von der Polizei aufgegriffen, landen zum Teil mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus oder begehen im Rausch des Alkohols eine Straftat. Gut: während deutschlandweit die Zahl der Suff-Kids steigt, trinken sich in Berlin seit 2009 immer weniger Kinder und Jugendliche ins Koma. Schlecht: erstmals legt der Senat in seiner Antwort auf meine Kleine Anfrage offen, dass letztes Jahr mehr als die Hälfte der 1264 betrunken Aufgegriffenen einer Straftat verdächtigt wurden.

Die Kinder und Jugendlichen müssen wissen, dass es gefährlich und uncool ist, mit Windel und Filmriss im Krankenhaus aufzuwachen. Sie müssen wissen, dass ihre Hemmschwelle sinkt, Fremde zu bepöbeln, abzuziehen oder auf sie einzuprügeln, wenn sie sich die Birne volllaufen lassen. Alkohol entschuldigt keine Straftat. Und wir dürfen keine falsche Geduld mit jugendlichen Straftätern haben, sondern die Strafe muss auf dem Fuße folgen, um pädagogisch wirken und ihnen klar machen zu können, dass sie Grenzen überschritten haben.

Deshalb müssen wir einerseits mit unserer Präventions- und Aufklärungsarbeit über die Gefahren des Alkohols weitermachen (vor allem an den Berliner Schulen, z.B. mit dem Projekt „Hip Hop gegen Komasaufen“, das im Jahr 2011 in Neukölln gestartet wurde, und mit der berlinweiten Kampagne „Na klar…!“, die über riskanten Drogenkonsum aufklärt und auf den verantwortungsvollen Umgang der Jugendlichen mit Alkohol abzielt) – und andererseits am „Neuköllner Modell“ festhalten, das sich gerade bei jungen „Neu-Straftätern“ als wirksame Präventionsmaßnahme erwiesen hat.

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