Kleine Anfrage: Weniger Komasaufen von Kindern und Jugendlichen

Mit seiner Antwort auf meine kleine Anfrage zum Komasaufen von Kindern und Jugendlichen lieferte der Senat nun konkrete Daten, die einen erfreulichen Rückgang des „Trinkens bis der Arzt kommt“ erkennen lassen und informiert über Präventionsmaßnahmen. In den letzten drei Jahren ist die Zahl der von der Polizei betrunken aufgegriffenen Jugendlichen von 2058 (2009) auf 1299 (2011) kontinuierlich zurückgegangen. Dennoch bleibt das Problem aktuell. Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass es uncool und gefährlich ist, mit Windel und Filmriss im Krankenhaus aufzuwachen.

Vor allem junge Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren wurden häufiger (+ 23% im Jahr 2010) mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Bei den Jungen dieses Alters war hingegen ein erfreulicher Rückgang von 42 % im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Die Neuköllner Werte sind im berlinweiten Vergleich niedrig.

Die Gründe für den Rückgang der Zahlen der letzten Jahre liegen neben der gestiegenen öffentlichen Aufmerksamkeit auch in der erfolgreichen Präventions- und Aufklärungsarbeit. An den Berliner Schulen werden zahlreiche Maßnahmen der Senatsverwaltung in enger Zusammenarbeit mit Koordinatoren und Kontaktlehrern der schulischen Suchtprophylaxe durchgeführt. Beispiele sind das Grundschulprojekt „KLASSE 2000“ oder das Projekt „Lions Quest – Erwachsen werden“ an Oberschulen. Die Alkoholpräventionskampagnen „Na klar…!“ und „Nüchtern betrachtet“ zielen mit Veranstaltungen und Informationsmaterialen auf einen verantwortungsvollen Umgang der Jugendlichen mit Alkohol ab.

Trotz dieser Erfolge sieht der Senat weiterhin Handlungsbedarf bei der Aufklärung und Sensibilisierung für das Thema und misst ihm hohe Bedeutung bei. Mir ist das Thema wichtig – ich bleibe auch zukünftig am Ball, was die Entwicklung des Komasaufens von Kindern und Jugendlichen betrifft.