Kleine Anfrage: Zwischenbilanz des Neuköllner Modells in ganz Berlin

Vor anderthalb Jahren wurde das nach dem Pilotbezirk Neukölln benannte „Neuköllner Modell“ auf alle Berliner Polizeidirektionen ausgeweitet. Seit Juni 2010 können nunmehr in ganz Berlin jugendliche Straftäter nach dem vereinfachten Jugendverfahren abgeurteilt werden. Grundgedanke des Modells ist dabei, dass die Strafe auf dem Fuße
folgt. Die Jugendlichen werden zeitnah mit den Konsequenzen ihres Handelns konfrontiert und somit wirksamer abgeschreckt.

Dabei trägt insbesondere die Polizei durch Vereinbarungen mit der Staatsanwaltschaft und den zuständigen Jugendrichtern sowie durch die Straffung interner Abläufe wesentlich zur Beschleunigung des Verfahrens bei.

Anderthalb Jahre seit der flächendeckenden Einführung: das ist genügend Zeit, um eine Bilanz zu ziehen. Daher habe ich eine Kleine Anfrage an den Senat gestellt und darin um Auskünfte über die Erfahrungen gebeten, die die einzelnen Polizeidirektionen mit dem Neuköllner Modell in der Praxis gemacht haben. Mein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Unterschieden, die sich in der Anwendung des beschleunigten Verfahrens zwischen den einzelnen Bezirken ergeben
haben.