Kleiner Erfolg: Weniger Schulschwänzer

Erstmals seit Jahren gibt es weniger Schulschwänzer. Im 1. Halbjahr des Schuljahres 2014/2015 haben rund 20.000 Berliner Schülerinnen und Schüler der 7. bis 10. Jahrgangsstufe mindestens einmal unentschuldigt im Unterricht gefehlt. Das ist jeder fünfte. Im 2. Schulhalbjahr 2013/2014 war es noch jeder vierte. Vor allem hat die Zahl der Schüler mit mehr als 20 unentschuldigten Fehltagen im Vergleich zum Halbjahr davor abgenommen – von 2131 auf 1278.

Die Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Schuldistanz, die wir auf meine Initiative hin im Abgeordnetenhaus beschlossen haben und die in den letzten Monaten in Kraft getreten sind, scheinen offenbar zu wirken. Wir setzen die Schulpflicht schneller und konsequenter durch. Außerdem haben wir alle Sozialarbeiter an Schulen gesichert und werden noch mehr einstellen. Und die Schulen haben über unser Brennpunktschulen-Programm zum Beispiel die Möglichkeit, Schulpsychologen anzufordern oder Schulstationen einzurichten.

Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Wir werden die Entwicklung der Schulschwänzer aber weiter mit Argusaugen beobachten. Denn auch wenn die Zahlen etwas zurückgegangen sind, gibt es nach wie vor zu viele Schülerinnen und Schüler, die schwänzen, möglicherweise den Anschluss verpassen und als Schulabbrecher zu enden drohen. Immer noch haben knapp 3000 Schüler mindestens 11 Schultage unentschuldigt gefehlt. Und die Dunkelziffer ist höher. Denn die Zahlen beziehen sich nur auf die Jahrgangsstufen 7-10, nicht auf die Grundschulen, wo auch geschwänzt wird. Deshalb wollen wir, dass unser Berliner Programm zur Vorbeugung und Bekämpfung von Schuldistanz auch in Grundschulen umgesetzt wird. Es muss so früh wie möglich gegengesteuert werden.

Presse:
BZ 09.10.2015
Berliner Zeitung 08.10.2015
Tagesspiegel 13.10.2015