Komasaufen: Immer weniger Jugendliche betroffen, Straftaten sinken weiter

Seit Jahren sinkt die Zahl der Jugendlichen, die betrunken von der Polizei aufgegriffen wurden und schlimmstenfalls ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten – so auch im Jahr 2015. Wurden 2014 796 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren betrunken aufgegriffen, waren es 2015 „nur“ noch 712 (2013: 931). Von ihnen wurden 461 im Jahr 2015 verdächtigt, betrunken eine Straftat verübt zu haben (2014: 491), fast ein Viertel weniger als 2013. Die meisten Fälle wurden in Mitte (136), die wenigsten in Lichtenberg und Spandau (je 29) und in Neukölln 41 Fälle gemeldet.

Unter den Kindern von 11 bis 13 Jahren wurden wieder mehr Mädchen (22) als Jungs (9) von der Polizei aufgegriffen, unter den Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren mehr Jungs (491) als Mädchen (190). Erfreulich ist, dass die Zahl der betrunkenen Kinder wieder zurückgegangen ist (2014: 52, 2015: 31). Auch die Zahl der Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und älteren Erwachsenen, die im Alkoholrausch ins Krankenhaus eingeliefert wurden, ist insgesamt weiter rückläufig. Diese Zahlen klammern jene aus, die sich regelmäßig oder hin und wieder oder einmalig bis zur Besinnungslosigkeit betrinken und die nicht von der Polizei aufgegriffen oder ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Deshalb werden wir uns nicht auf diesen Erfolgen ausruhen. Jeder einzelne Fall ist einer zu viel. Wir setzen weiter auf die wichtige Prävention und Aufklärung, vor allem in Schulen. Dabei helfen Kampagnen wie „Na klar… unabhängig bleiben!“, Maßnahmen der Fachstelle für Suchtprävention in Berlin und das Projekt „HaLT“, das auf Initiative der SPD-Fraktion mehr Geld bekommen hat für seine Arbeit.

Presse:
B.Z. 14.02.2016