Kostenloser Kita-Besuch auch für Kinder unter drei Jahren – Besuch der „Kita Barbarossastraße“ mit SPD-Fraktionschef Raed Saleh

Heute habe ich zusammen mit dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, die „Kita Barbarossastraße“ in Schöneberg besucht. Dort werden 70 Kinder im Alter von 1,5 Jahren bis zum Schulstart liebevoll betreut. Die Kita-Leiterin, Simone Paganini, und ihre Stellvertreterin, Anne Bergmann, führten uns durch die Räume und den großen Garten. Sie zeigten sich offen für den Vorschlag von Raed Saleh, den Kita-Besuch auch für Kinder unter drei Jahren (U3) kostenlos zu machen.

Seit 2011 sind alle Kita-Jahre für 3- bis 6-Jährige in Berlin aufgrund einer SPD-Initiative gebührenfrei. Unser Fraktionsvorsitzender Raed Saleh hat vorgeschlagen, auch den Kita-Besuch für jüngere Kinder (U3) schrittweise beitragsfrei zu machen. Ich finde die Idee gut, um Normal- und Geringverdiener zu entlasten. Wer ein Familieneinkommen von 2.675 Euro hat, zahlt pro U3-Kind 102 Euro Kita-Beitrag pro Monat. Bei zwei Kindern sind das über 2.000 Euro im Jahr. Gerade für Familien, die durch das soziale Raster fallen (also das Einkommen zu groß für staatliche Hilfe, aber zu klein zum Sparen ist), ist das eine Belastung. Sie sollten nicht mit einer „Strafsteuer“ Kita-Gebühren zusätzlich belastet werden. 52 Prozent der Eltern mit Kita-Kindern verfügen nach über ein monatliches Einkommen zwischen 1875 und 3515 Euro. Jedes fünfte Kita-Kind ist bereits aus sozialen Gründen vom Beitrag befreit. Die SPD steht für eine kostenlose Bildung von der Kita bis zur Uni.

Die Qualität darf dabei nicht zu kurz kommen. In den letzten zwei Jahren haben wir unter anderem den Betreuungsschlüssel in den Kitas verbessert. Das bedeutet, dass die Erzieherinnen weniger Kinder betreuen und dafür mehr Zeit für sie haben. Alleine im letzten Jahr hat das Abgeordnetenhaus dafür 75 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Außerdem haben wir 7.000 neue Kita-Plätze geschaffen. Bis Ende 2015 sollen weitere 12.000 Plätze dazukommen. Dafür gibt das Land knapp 60 Mio. und der Bund zusätzlich 27 Mio. Euro aus.

Die Kita ist ein Bildungsort. Je länger ein Kind die Kita besucht, desto besser ist das für seine sprachliche, soziale und motorische Entwicklung. Wir wollen, dass so viele Kinder wie möglich die Kita besuchen. Denn Kinder, die keine Kita besucht haben und mit Sprachmängeln eingeschult werden, drohen schon früh in der Schule zu scheitern. Die Mängel können von den Schulen nur schwer aufgeholt werden. Wir wollen, das der Kita-Besuch so selbstverständlich wird, wie der Schul-Besuch.

Eine kostenlose Kita und ausreichend Kita-Plätze auch für die Kleinsten hätten drei Vorteile: Sie helfen der Entwicklung der Kinder, entlasten die Familien und unterstützen die Eltern – zum Beispiel darin, Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen.

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