Mehr Bußgeldverfahren gegen Schulschwänzer

Das unentschuldigte Fehlen in der Schule wurde im Schuljahr 2017/18 deutlich häufiger geahndet, als im Vorjahr. Die Zahl der eingeleiteten Bußgeldverfahren gegen Eltern von Schulschwänzern stieg von 863 auf 2002. Das konsequentere Vorgehen finde ich richtig und freue mich, dass die Bezirke endlich, nach Jahren des Mahnens, umschwenken. Denn wer die Schule schwänzt, kann den Anschluss verpassen und droht schlimmstenfalls als Schulabbrecher dazustehen.

Die meisten Bußgeldverfahren gab es im Schuljahr 2017/18 mit 883 in Neukölln (Vorjahr: 447), gefolgt von Reinickendorf (410, Vorjahr: 82) und Steglitz-Zehlendorf (358, Vorjahr: 101). Die wenigsten Bußgeldverfahren leiteten Treptow-Köpenick (8, Vorjahr: 0), Friedrichshain-Kreuzberg (1, Vorjahr 0) und Charlottenburg-Wilmersdorf (0, Vorjahr: 0) ein. Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf machten keine Angaben.

Während die Zahl der Bußgeldverfahren deutlich gestiegen ist, hat die Zahl der Schulversäumnisanzeigen hingegen abgenommen. Solche Anzeigen müssen gestellt werden, wenn ein Kind an mindestens 5 Tagen innerhalb eines Schuljahres unentschuldigt gefehlt hat. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl im Schuljahr 2017/18 von 8133 auf 6783. Ob das daran liegt, dass die Zahl der unentschuldigten Fehltage insgesamt gesunken ist, wird sich noch zeigen. Denn die genauen Zahlen zu den entschuldigten und unentschuldigten Fehltagen sind noch nicht bekannt.

Tagesspiegel vom 14.12.2018 – Mehr Bußgeldverfahren wegen Schwänzens