Mein Stadtteiltag: Besuch der Behindertenwerkstatt der Vereinigung für Jugendhilfe Berlin

Weiter ging es zur Behindertenwerkstatt der Vereinigung für Jugendhilfe Berlin in der Grenzallee, die ich das letzte Mal 2011 besucht habe. Die Werkstatt mit Betriebsrat und Werkstattrat ermöglicht über 500 geistig und körperlich behinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben mit eigenständiger Arbeit und geregeltem Einkommen. Für mich war der Blick hinter die Kulissen nichts Neues, weil ich während meines Zivildienstes auch mit Behinderten gearbeitet habe.

Ein sinnvolles Angebot. Ohne die Werkstätten mit ihren auf Menschen mit Behinderung abgestimmten Produktionsprozessen und der umfassenden fachlichen und pädagogischen Betreuung, würden viele von ihnen auf das gesellschaftliche Abstellgleis gestellt. Überrascht hat mich mal wieder, wie professionell und technologisch anspruchsvoll die Produkte der Werkstätten mittlerweile sind – natürlich unter Einhaltung der Qualitätsvorschriften. Es werden unter anderem passgenaue Drehteile auf CNC-Drehbänken gefertigt, die so auch bei jedem anderen Unternehmen stehen. Die Mitarbeiter können mit Stolz sagen, dass ihre Arbeit gefragt ist. Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Unternehmen Aufträge an Behindertenwerkstätten vergeben.

Was ich aber schon mehrmals miterlebt habe: Die Mitarbeiter der Werkstatt mühen sich jeden Tag ab, die Stufen zum nahegelegenen U-Bahnhof Grenzallee rauf und runter zu steigen. Der Bahnhof soll zwar bis 2018 einen Aufzug bekommen. Aber ich würde mir wünschen, dass das schneller passiert. Deshalb habe ich mich an die Vorstandsvorsitzende der BVG gewandt – mit der Bitte, den Aufzug schneller einzubauen. Ein weiteres Problem ist, dass der Bus 370, der direkt vor der Haustür des angrenzenden Wohnhauses hält, abends nicht mehr fährt. Die Bewohner mit Behinderungen sind also in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. Auch das Thema werde ich bei der BVG ansprechen.