Mündliche Anfrage: Stadtteilmütter – Finanzierung und Berufsbild

Die SPD setzt sich für die Regelfinanzierung der Stadtteilmütter ein, um die Hängepartie bei ihrer Bezahlung zu beenden. Letztes Jahr war jede 2. Stelle vom Wegfall bedroht. Inzwischen hat sich die Situation etwas verbessert, ist aber noch nicht wieder auf dem Stand von Anfang 2014. Das habe ich zum Anlass genommen, die Integrationssenatorin heute in der Plenarsitzung zu fragen, wie der Stand der Regelfinanzierung ist und wie sichergestellt wird, dass es bei dem damit verbundenen Berufsbild der Stadtteilmütter zu keiner Vermischung mit anderen Aufgaben kommt.

Denn die Regelfinanzierung über den Berliner Landeshaushalt soll durch die Aufstockung des Landesrahmenprogramms Integrationslotsen erfolgen. Das ist an sich sinnvoll, weil die Stadtteilmütter über dieses Programm nach Tarif bezahlt werden. Die Integrationsbeauftragte des Senats arbeitet aber zur Zeit an einem Berufsbild für die Integrationslotsen/Stadtteilmütter, das das Aufgabenprofil der Stadtteilmütter aufzuweichen droht. Das hätte zur Folge, dass die Stadtteilmütter ihre erfolgreiche Integrationsarbeit in sozialen Brennpunkten nicht mehr in ihrer seit 10 Jahren bewährten Form fortsetzen könnten. Ein solches Berufsbild macht nur dann Sinn, wenn die Aufgaben und Inhalte der Stadtteilmütter berücksichtigt werden. Die Besuche und Beratung von Familien zu Themen wie Bildung, Sprache und Gesundheit sind inhaltlich vorgegeben, bilden den Grundpfeiler ihrer Arbeit und sollten bei der Ausgestaltung der Qualifizierung, des Aufgabenprofils und des Berufsbildes berücksichtigt werden.

Eine Ausweitung der Stadtteilmütter-Aufgaben mit einer weiterführenden gesamtstädtischen Ausbildung zu Flüchtlings- und Pflegelotsinnen würde zu einer Überfrachtung der Aufgabenstellung und Überforderung der Frauen führen. Ich habe mich in dieser Angelegenheit schon an die Integrationsbeauftragte und an die Integrationssenatorin gewandt. Bisher konnten meine Bedenken nicht ausgeräumt werden. Bleibe am Thema dran.