Noch immer viele Schulabbrecher und wenige Abiturienten in sozialen Brennpunkten

Fast jeder zehnte Berliner Schüler (9,7 Prozent) hat im Schuljahr 2016/2017 die Schule ohne einen Abschluss verlassen. Damit bewegen sich die Zahlen der Schulabgänger ohne Abschluss auf dem Niveau der Vorjahre (2015/16: 9,3 Prozent, 2014/15: 10,9 Prozent). Vor allem in sozialen Brennpunkten machen Schüler immer noch häufiger eine Berufsbildungsreife oder verlassen die Schule ohne Abschluss, machen dafür seltener Abitur. Beispiel: In Steglitz-Zehlendorf machen zwei Drittel das Abitur (65 Prozent), in Neukölln hingegen nur ein Drittel (36 Prozent).

Entsprechend belegen im Bezirksvergleich 2016/2017 die Brennpunkt-Bezirke Neukölln (17 Prozent), Spandau (15 Prozent) und Marzahn-Hellersdorf (13 Prozent) bei den Schulabbrecherzahlen die traurigen Spitzenplätze, während Pankow (5 Prozent), Steglitz-Zehlendorf (5 Prozent) und Tempelhof-Schöneberg (6 Prozent) am anderen Ende der Skala liegen. Bei den Abiturienten ergibt sich das umgekehrte Bild: Während in Steglitz-Zehlendorf (65 Prozent), Charlottenburg (58 Prozent) und Reinickendorf (49 Prozent) besonders viele Schüler das Abi machen, belegen Marzahn-Hellersdorf (32 Prozent), Neukölln (36 Prozent) und Spandau (40 Prozent) die hinteren Plätze.

Besonders betroffen sind Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache. Während berlinweit 16 Prozent von ihnen ihre Schullaufbahn ohne Abschluss beenden, machen nur 33 Prozent das Abitur. Bei ihren Mitschülern deutscher Herkunftssprache beenden hingegen nur 7 Prozent die Schule ohne Abschluss, mehr als die Hälfte (52 Prozent) macht das Abitur.

B.Z. vom 12.2.2018 – An Berlins Schulen schaffen mehr Mädchen als Jungs das Abi

Tagesspiegel vom 16.2.2018 – Migranten fallen in der Schule noch weiter zurück

Berliner Zeitung vom 16.2.2018 –  Abiturienten in Zehlendorf, Schulabbrecher in Spandau