Schriftliche Anfrage: Betreuungszeit in Berliner Kitas

Mich hat interessiert, wie viele Kinder wie viele Stunden in der Woche in Berliner Kitas betreut werden. Die Antwort des Senats auf meine Schriftliche Anfrage liegt jetzt vor. Je länger ein Kind eine Kita besucht, desto besser ist das für seine sprachliche, soziale und motorische Entwicklung. Kinder, die keine Kita besucht haben, drohen schon früh in der Schule zu scheitern. Aber: einmal mehr zeigt sich, dass es zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den Bezirken gibt – was auch daran liegt, dass es in sozialen Brennpunkten zu wenig Kita-Plätze gibt.

In Berlin sind folgende Betreuungszeiten pro Woche möglich: 25 Stunden (Halbtags-Betreuung), 35 Stunden (Teilzeit-Betreuung), 45 Stunden (Ganztags-Betreuung) und mehr als 46 Stunden (Ganztagserweiterte-Betreuung). Mitte 2014 gab es insgesamt fast 41.400 Kita-Verträge für Berliner Kinder von 0 bis 3 Jahren (U3) und knapp 109.000 Kita-Verträge für Berliner Kinder von 3 Jahren und älter (Ü3). Die durchschnittliche Betreuungszeit liegt bei U3-Kindern bei 40,9 Stunden pro Woche: 10,6 Prozent in Halbtags-Betreuung, 20,9 Prozent in Teilzeit, 54,4 Prozent in ganztags und 14,1 Prozent im erweiterten Ganztag. Bei den Ü3-Kindern liegt die durchschnittliche Betreuungszeit pro Woche bei 41,4 Stunden: : 2,6 Prozent in halbtags, 32,1 Prozent in Teilzeit, 51,2 Prozent in Ganztag und 14,1 Prozent im erweiterten Ganztag.

Die Unterschiede zwischen den Bezirken sind klar zu erkennen: In Neukölln besuchen zum Beispiel 14,7 Prozent der U3 Kinder höchstens 25 Stunden pro Woche eine Kita, während in Pankow nur 5 Prozent der U3-Kinder in diesem Stundenumfang eine Kita besuchen. Dafür besuchen in Pankow 63 Prozent der U3-Kinder zwischen 36 und 45 Stunden pro Woche eine Kita – in Neukölln aber nur 47 Prozent. Bei den Ü3-Kindern gibt es ein ähnliches Bild: In Spandau besuchen nur 38,3 Prozent der Kita-Kinder in diesem Alter zwischen 36 und 45 Stunden pro Woche eine Kita – während das in Pankow auf 65 Prozent der Ü3-Kinder zutrifft.

Das alles hängt meiner Meinung nach damit zusammen, dass es – wie gesagt – in sozialen Brennpunkten zu wenige wohnortnahe Kita-Plätze gibt. Und natürlich spiegelt sich in den unterschiedlichen Zahlen auch die soziale Zusammensetzung eines Bezirks wieder: In Pankow und Charlottenburg-Wilmersdorf sind die wöchentlichen Betreuungszeiten wesentlich höher als in Neukölln Mitte und Spandau, was auch daran liegen wird, dass Eltern mit einem Vollzeit-Job auf die Kita angewiesen sind.