Schriftliche Anfrage: Jeder 4. Schüler macht blau, mehr notorische Schwänzer

Die Antwort des Senats auf meine Schriftliche Anfrage zu den Schulschwänzern im 2. Schulhalbjahr 2013/2014 zeigt: Inzwischen macht jeder 4. Schüler blau. Im 1. Schulhalbjahr war es noch jeder 5. Schüler. Besorgnis erregend: Die Anzahl der Schüler, die hartnäckig schwänzen und zwischen 21-40 unentschuldigte Fehltage haben, ist um 30 Prozent und die Anzahl der notorischen Schwänzer mit mehr als 40 Fehltagen um 35 Prozent gestiegen.

Die Dunkelziffer ist aber größer. Denn die Zahlen beziehen sich nur auf die Jahrgangsstufen 7-10, nicht auf die Grundschulen. Aber auch hier wird geschwänzt, wir müssen so früh wie möglich gegensteuern. Deshalb ist es sinnvoll, auch die Grundschulen zu erfassen. Wer die Schule schwänzt, verpasst leicht den Anschluss und droht als Schulabbrecher zu enden. Wir Sozialdemokraten wollen, dass alle Kinder und Jugendlichen zur Schule gehen, einen Abschluss erreichen, Arbeit finden und etwas aus ihrem Leben machen. Deshalb brauchen wir klare Regeln, die für alle Bezirke und Schulen gelten. Außerdem sollen die zuständigen Behörden besser zusammenarbeiten, die eine Hand muss wissen, was die andere tut. Wenn es hart auf hart kommt, muss ein Bußgeld durchgezogen werden, denn auch der beste Sozialarbeiter beißt mal auf Granit.

Schulschwänzen ist eine Gefährdung des Kindeswohls, deshalb ist eine schnelle Reaktion ebenso wichtig, wie die Eltern stärker in ihre Pflicht zu nehmen. Die Schulpflicht muss konsequent durchgesetzt werden, genau dafür soll das “Berliner Programm zur Vorbeugung und Bekämpfung von Schuldistanz” sorgen, das das Abgeordnetenhaus auf meine Initiative mit Stimmen von SPD und CDU beschlossen hat und das zur Zeit vom Senat umgesetzt wird.

Tagesspiegel 08.01.2015

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