Schriftliche Anfrage: Sprachmängel bei Kita-Kindern gestiegen

Die Kita ist die beste Einrichtung zur Sprachförderung der Kinder. Aber auch in diesem Jahr hat jedes 6. Kita-Kind Sprachmängel. Das hat die Antwort des Senats auf meine Schriftliche Anfrage zu den Sprachtest-Ergebnissen von Kita-Kindern ergeben. Wir werden unter die Lupe nehmen, weshalb das seit Jahren so ist, obwohl wir den Betreibern mehr Geld und Personal gegeben haben – seit 2009 knapp 400 Millionen Euro zusätzlich.

Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache haben immer noch doppelt so häufig Sprachdefizite als Kinder deutscher Herkunftssprache. Und noch immer gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den Bezirken: Während in Pankow nur 8 Prozent der getesteten Kinder und in Steglitz-Zehlendorf nur 11 Prozent Mängel haben, trifft das in Spandau auf 23 und in Neukölln auf 26 Prozent zu. Hier hat also jedes 4. Kita-Kind Sprachmängel.

Gut: Wir haben den Sprachtest ein halbes Jahr vorgezogen, sodass zukünftig Kita-Kinder mit Sprachmängeln sechs Monate länger eine Sprachförderung erhalten. Je länger ein Kind die Kita besucht, desto besser ist das für seine sprachliche, soziale und motorische Entwicklung – was die Chance erhöht, Lesen und Schreiben zu lernen und nicht schon früh in der Schule demotiviert zu werden oder zu scheitern. Das belegen auch jedes Jahr aufs Neue die Einschulungs-Untersuchungen. Auch gut: Zukünftig müssen die Kitas die Sprachlern-Tagebücher ihrer Kita-Kinder an die Grundschulen weitergeben, damit die Kinder einen besseren Start in der Schule haben und die Lehrer an die Arbeit der Erzieher anknüpfen können. Schlecht: Leider bringen nicht alle Eltern ihr Kind regelmäßig in die Kita. Deshalb ist es sinnvoll, den Kita-Besuch verbindlicher zu machen, die Betreiber stärker in die Pflicht zu nehmen und die Sprachförderung in Kitas zu verbessern. Wir brauchen außerdem mehr Kita-Plätze in sozialen Brennpunkten – an dem Thema sind wir schon dran.