Schriftliche Anfrage: Noch mehr Schulschwänzer – SPD: Keine falsche Toleranz!

Die Antwort des Senats auf meine traditionelle Schriftliche Anfrage hat ergeben: Im 1. Halbjahr des letzten Schuljahres 2013/2014 haben noch mehr Schüler die Schule geschwänzt. Die Zahlen sind seit fünf Jahren auf diesem hohen Niveau: Über 22.000 Schüler machen blau. Knapp 3800 von ihnen schwänzen hartnäckig, haben also mehr als 10 unentschuldigte Fehltage (200 mehr als im Schuljahr zuvor). Auch die Zahl der notorischen Schwänzer mit mehr als 40 Fehltagen ist gestiegen.

Wer jetzt meint, das sei halb so wild: Das sind nur die Zahlen des 1. Halbjahres und nur für die Klassenstufen 7 bis 10, die Dunkelziffer ist also höher. Denn die Zahlen für das 2. Halbjahr und für die Grundschulen werden noch nicht zentral erfasst, was Teil des Problems ist. Ein weiteres Problem ist, dass die Bezirke zu unterschiedlich mit Schulschwänzern umgehen: So hat sich einerseits die Zahl der Schulversäumnisanzeigen in manchen Bezirken im letzten Schuljahr gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt, was ein Zeichen dafür ist, dass die Schulen besser auf Schwänzer reagieren.

Andererseits nutzen manche Bezirke die Sanktionsmöglichkeit des Bußgeldes kaum oder gar nicht. Deshalb brauchen wir klare Regeln, die für alle Bezirke und Schulen gelten. Außerdem müssen die zuständigen Behörden besser zusammenarbeiten, die eine Hand muss wissen, was die andere tut. Und wenn es hart auf hart kommt, muss ein Bußgeld durchgezogen werden, denn auch der beste Sozialarbeiter beißt mal auf Granit und die Bereitschaft der Eltern ihr Verhalten zu ändern, ist dann am größten, wenn es ans Geld geht.

Das wird sich aber hoffentlich bald ändern, was ich in meiner Rede im Abgeordnetenhaus erklärt habe: Wer die Schule schwänzt, verpasst leicht den Anschluss und droht als Schulabbrecher zu enden. Wir Sozialdemokraten wollen, dass alle Kinder und Jugendlichen zur Schule gehen, einen Abschuss machen, Arbeit finden und etwas aus ihrem Leben machen.

Schulschwänzen ist eine Gefährdung des Kindeswohls, deshalb ist eine schnelle Reaktion ebenso wichtig, wie die Eltern stärker in ihre Pflicht zu nehmen. Die Schulpflicht muss konsequent durchgesetzt werden, genau dafür soll das „Berliner Programm zur Vorbeugung und Bekämpfung von Schuldistanz“ sorgen, das das Abgeordnetenhaus auf meine Initiative im Januar mit Stimmen von SPD und CDU beschlossen hat und das zur Zeit vom Senat umgesetzt wird.

In der Presse: