Schriftliche Anfrage: Schwere körperliche Gewalt in Schulen nimmt zu

Die Antwort des Senats auf meine Schriftliche Anfrage zeigt: Vor allem Mobbing, Beleidigungen, Abzocken und Geburtstagsschläge stagnieren seit Jahren auf hohem Niveau, sie prägen den Schulalltag. Die Dunkelziffer ist höher, weil die Schulen leider nicht dazu verpflichtet sind, Vorfälle dieser Art zu melden. Und: schwere körperliche Gewalt in Schulen nimmt zu. Besonders erschreckend: In den Grundschulen wurden mehr Gewaltvorfälle gemeldet als in den Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien zusammen.

Beim Gefährdungsgrad I wurden 1417 Fälle von Beleidigungen, Drohungen und Tätlichkeiten gemeldet. Mobbing wurde in 75 Fällen bekannt. Das Problem: Kommt ein Schüler damit durch, ist der Schritt zu Übergriffen nicht mehr weit. Das zeigt sich bei den Zahlen des Gefährdungsgrades II: Die Fälle von schwerer körperlicher Gewalt sind erstmals seit Jahren gestiegen und liegen jetzt bei 511. Im Schuljahr 2012/13 waren es noch 443. Das ist ein ernst zu nehmendes Alarmsignal.

Die Schüler brauchen klare Grenzen und Regeln, die konsequent durchgesetzt werden. Es darf keine falsche Toleranz mit Gewalt in Schulen geben, wir dürfen die Augen davor nicht verschließen, sondern müssen wissen, wie es innen drin aussieht, um helfen zu können. Außerdem ist es sinnvoll, die Prävention und Aufklärung zu stärken, das soziale Lernen in den Schulen auszubauen, mehr Sozialarbeiter einzusetzen und den Jahresbericht zur Gewaltprävention an Schulen wieder einzuführen.

Tagesspiegel – Schläger machen selten Pause
Tagesspiegel 15.10.2014

B.Z. – Jede zehnte Stunde Unterricht nicht nach Plan
B.Z. 25.10.2014

Berliner Woche – Gewalt nimmt zu
Berliner Woche 30.10.2014

Berliner Abendblatt 06.12.2014

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