Schriftliche Anfrage: Soziale Brennpunkte – Mehr Schulabbrecher, weniger Abiturienten

Im letzten Schuljahr 2013/2014 hat fast jeder 10. Berliner Schüler (9 Prozent) die Schule ohne Abschluss verlassen. In Neukölln 14 und in Mitte (Spitzenreiter) 17 Prozent. Das ergab die Antwort des Senats auf meine Schriftliche Anfrage. In sozialen Brennpunkten machen Schüler immer noch häufiger eine Berufsbildungsreife oder verlassen die Schule ohne Abschluss, machen dafür seltener das Abitur. Beispiel: In Zehlendorf machen 56 Prozent der Kinder Abitur, in Neukölln nur 31 Prozent.

Besonders betroffen sind Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache. Berlinweit verlassen 15 Prozent der Kinder nichtdeutscher Herkunft die Schule ohne Abschluss. In Neukölln sind es mit 17 Prozent etwas mehr als im Schuljahr zuvor (13 Prozent). Die Zahlen zeigen, dass das Brennpunktschulen-Programm der SPD, das wir ausbauen und auf Berufs- und Privatschulen ausweiten werden, ebenso wichtig ist, wie unser Programm zur Bekämpfung des Schulschwänzens. Wer häufig schwänzt, verpasst leicht den Anschluss und droht als Schulabbrecher zu enden.

Meiner Meinung nach müssen wir auch die Ganztagsschulen ausbauen, die Früheinschulung abschaffen, mehr Kita-Plätze in sozialen Brennpunkten schaffen, den Kita-Besuch verbindlicher machen und die Sprachförderung in Kitas verbessern. Wer mit Sprachmängeln eingeschult wird, droht schon früh in der Schule zu scheitern. Je länger ein Kind die Kita besucht, desto besser ist das für seine sprachliche, motorische und soziale Entwicklung. Wir haben bereits die verbindliche Sprachförderung auf 18 Monate und 5 Stunden täglich vor dem Schulbesuch ausgeweitet und ein Bußgeld für Eltern von Nicht-Kita-Kindern eingeführt, die ihre Kinder nicht an der verpflichtenden Sprachförderung teilhaben lassen.

Presse:
Berliner Morgenpost 04.02.2015
B.Z. 04.02.2015