Schriftliche Anfrage: Steuersünder 2014 – Hoeneß-Effekt hält an

Auch im Jahr 2014 ist die Zahl der Selbstanzeigen weiter deutlich gestiegen: 1.272 Steuersünder meldeten sich beim Berliner Finanzamt, rund 60 Mio. Euro Steuern wurden nachgezahlt. Das geht aus der Antwort des Senats auf meine Schriftliche Anfrage hervor. Der Anstieg liegt am Hoeneß-Effekt und an der Absenkung der Grenze, bis zu der eine Steuerhinterziehung straffrei bleibt (früher 50.000, jetzt nur noch 25.000 Euro). Außerdem ist die Selbstanzeige ab dem 1. Januar 2015 teuerer geworden.

Zum Vergleich: Im Jahr 2010 wurden 854 Selbstanzeigen erstatten und 55 Mio. Euro Steuern nachgezahlt. Dafür gab es im gesamten Jahr 2011 nur 193 Selbstanzeigen und 303 Anzeigen im gesamten Jahr 2012. Es flossen in diesen beiden Jahren 57 Mio. Euro in die Steuerkasse. Im Jahr 2013 gab es 966 Selbstanzeigen, 24 Mio. Euro wurden nachgezahlt. 2014 haben sich also ein Viertel mehr Steuersünder als im Jahr 2013 und viermal mehr als 2012 gemeldet. Die Einnahmen Berlins haben sich sogar mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden seit 2010 rund 196 Mio. Euro zurückgezahlt.
Am Kauf neuer Steuersünder-Dateien hat sich das Land Berlin in diesem Jahr nicht beteiligt. Die hohe Zahl der Steuerbetrüger und der Steuernachzahlungen für den Landeshaushalt zeigt aber, dass sich der Kauf von Steuersünder-Dateien lohnt und fortgesetzt werden sollte. Ich finde: Wer den Fiskus bescheißt, verhält sich allen ehrlichen Steuerzahlern gegenüber asozial und entzieht sich der Mitverantwortung für unser Land.