Schriftliche Anfrage: Weniger Intensivstraftäter in Berlin

Gute Nachrichten: Die Zahl der jugendlichen Intensivstraftäter ist in den letzten Jahren gesunken. Führte die Staatsanwaltschaft Ende 2011 noch 539 Intensivtäter in ihrer Statistik, waren es Ende 2013 nur noch 484 Personen. Mit Abstand kommen die meisten Intensivstraftäter aus Neukölln (99) und Mitte (90), gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg (58). Nur 9 Intensivstraftäter kommen dagegen aus Steglitz-Zehlendorf. Die unterschiedliche Verteilung zeigt, dass einige Kieze nach wie vor mit dem Problem zu kämpfen haben. Das ergab die Antwort des Senats auf meine Schriftliche Anfrage.

Insgesamt haben die Personen aus der Intensivstraftäter-Datei 1989 Straftaten im Jahr 2013 begangen. Damit waren sie für 12 % der etwa 16.000 Straftaten verantwortlich, die im letzten Jahr von Jugendlichen verübt wurden. Den größten Anteil stellten dabei Rohheitsdelikte, Straftaten gegen die persönliche Freiheit und Diebstahlsdelikte. Seit 2003 wird außerdem eine fortlaufende Statistik über die Verfahren gegen Intensivstraftäter gepflegt: Seitdem gab es Anklagen gegen 5728 Personen, dabei wurde in 38 % der Urteile eine Jugendstrafe und in 7 % eine Freiheitsstrafe verhängt. Wichtig ist mir vor allem, dass das Neuköllner Modell gerade im Bereich der Mehrfachtäter konsequent durchgezogen wird und die Strafe auf dem Fuß erfolgt. Denn nur so kann sie ihre pädagogische Wirkung erfüllen und den Jugendlichen zeigen, dass ihre Straftaten kein Lappalien sind, mit denen sie sogar angeben können.

Auch die Zahl der jugendlichen Schwellentäter – junge Mehrfachtäter, die vor dem weiteren Abrutschen in die Kriminalität bewahrt werden sollen – ist gesunken: Waren in dieser Statistik vor zwei Jahren noch 138 Personen geführt, sind es mittlerweile nur noch 87. Wir freuen uns über die Kontinuität des erfolgreichen Intensiv- und Schwellentäterkonzepts, das von den Ex-SPD-Senatoren Ehrhart Körting und Gisela von der Aue eingeführt wurde. Der Rückgang der Straftäter zeigt, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei, Jugendämtern, Staatsanwaltschaft und Jugendrichtern Früchte trägt.

Presseübersicht: