Schriftliche Anfrage: Immer weniger Koma-Kids und Straftaten durch Alkohol

Ich habe mich beim Senat wieder erkundigt, wie viele Kinder und Jugendliche 2014 im Krankenhaus landeten, weil sie sich bis zur Besinnungslosigkeit betrunken haben. Gute Nachricht: Seit 2009 ist der Sauf-Trend rückläufig. 2014 wurden 796 minderjährige Suffkids von der Polizei aufgegriffen (2013: 931). Das ist bundesweit vergleichsweise wenig. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungs. Auch gut: Die besoffenen Kinder und Jugendlichen begehen immer weniger Straftaten, wobei 491 nach wie vor zu viele sind (2014: 491, 2013: 533, 2012: 685).).

Alkohol entschuldigt keine Straftaten, sondern lässt Hemmschwellen sinken. Wer sich volllaufen lässt und andere anpöbelt, abzieht oder verprügelt, hat mit den Konsequenzen zu leben. Und auch wenn es seit Jahren insgesamt immer weniger Kinder und Jugendliche gibt, die sich ins Koma saufen, bleibt die Aufklärungs- und Präventionsarbeit in den Schulen wichtig. Die Suff-Kids müssen wissen, dass es gefährlich und uncool ist, mit Filmriss und Windel im Krankenhaus aufzuwachen. Es ist auch sinnvoll, den Kindern und Jugendlichen noch am Krankenhausbett Hilfe anzubieten und die Eltern bei Bedarf mit ins Boot zu holen. Das macht das erfolgreiche aber unterfinanzierte Projekt „Halt“, hier muss Gesundheitssenator Czaja (CDU) ran.

Das von der CDU vorgeschlagene Alkoholverkaufsverbot ab 22 Uhr lehne ich ab. Zusätzliche Verbote bringen nichts und schaden gleichzeitig der Späti-Kultur. An den Alkohol kommen Jugendliche auch vor 22 Uhr. Die Verkaufsstellen müssen sich an das Jugendschutzgesetz halten. Das zu Kontrollieren ist Aufgabe der Ordnungsämter.

Presse:
Berliner Morgenpost 28.02.2015