Schulessen – ein Selbstversuch

Das Schulessen ist in die Kritik geraten. Also haben wir SPD-Bildungsabgeordnete heute einen Selbstversuch gestartet und das Mittagessen in einer Grundschule getestet. Der Caterer wusste vorher nicht Bescheid. Die Kartoffeln, Kohlrabi und Soße sahen ebenso unsexy aus wie das Essen in der Abgeordnetenhaus-Kantine. Aber sie haben geschmeckt und satt gemacht. Der Tee war nicht der Knaller, aber den mochte ich schon als Kind nicht. Geschmäcker sind eben verschieden.

Für die Versorgung der Schüler mit einem Schulmittagessen sind die Bezirke als Schulträger zuständig. Sie schließen die Verträge mit den Caterern ab, die Qualitätskriterien und Preise berücksichtigen müssen. Die Bildungsverwaltung empfiehlt einen Bio-Anteil von 10 %. In einigen Bezirken gibt es einen Bio-Anteil von 30 %. Außerdem sollen die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung berücksichtigt werden: sie geben Kriterien vor zu Lebensmittelauswahl, Häufigkeit der Verwendung, Speiseplanung, nährstoffoptimierte Verpflegung und Getränkeversorgung.

Das Land erstattet den Bezirken 1,97 Euro pro Mahlzeit: in der aktuellen Praxis der Ausschreibungen durch die Bezirke wird je nach Bezirk ein Preis von 1,95 und 2,30 Euro zugrunde gelegt. Der Mittelwert für die Portionen umfasst 2005 bis 2011 eine Spannbreite von 1,89 bis 1,97 Euro. Einige Caterer haben einen Boykott gestartet: zum gegenwärtigen Preis sei kein Essen zu machen, das den Anforderungen entspricht. Merkwürdig ist, dass manche Caterer in den Bezirken unterschiedliche Preise nehmen.

Die entscheidende Frage ist: reichen die 1,97 Euro pro Portion oder muss das Land Geld drauflegen? Hierfür hat die Bildungsverwaltung eine Studie in Auftrag gegeben zur „Beurteilung der Kosten- und Preisstrukturen unter Berücksichtigung der Qualitätsstandard in der Schulverpflegung“. Wenn das Ergebnis vorliegt, werden wir entscheiden, ob eine Aufstockung notwendig ist. Mir ist wichtig, dass das Essen qualitativ gut, gesund, ökologisch und abwechslungsreich ist.